Buckows Bürgermeister ist sauer:"Naturparkverwaltung mischt sich in Stadtplanung ein""Wir haben leider das Problem, dass wir Bürgern, die Bauland suchen, das nicht bieten können." Buckows Bürgermeister Hans-Ulrich Schulze wird ärgerlich, wenn er auf die Naturparkverwaltung Märkische Schweiz hin angesprochen wird. Richtig sauer wurde er, nachdem er das Interview mit Gerhard Grützmacher, Chef der Naturparkverwaltung, im BLICKPUNKT gelesen hatte ("Im Naturpark kommt es nun mal zu Kontroversen und Missverständnissen", 16.2.00). In Waldsieversdorf und Buckow gilt Gerhard Grützmacher als großer Banverhinderer. Baupläne und Bauvorhaben können in der Märkischen Schweiz wegen seines Vetos im Rahmen des Genehmigungsfahrens (-ver-) nicht umgesetzt werden - Gerhard Grützmacher: "Auch wir als Naturparkverwaltung sind dazu da, dass ein Gebiet geplant und entwickelt wird, aber hier handelt es sich um die Entwicklung in einem Naturpark." Gerhard Grützmachers Verweis darauf, dass die Ausweisung von Wohnbauland vornehmlich im nahegelegenen und verkehrlich gut erschlossenen Müncheberg betrieben werden sollte, hält Hans-Ulrich Schulze für bedenklich. "Im Jahr 1989 hatte Buckow noch 2400 Einwohner, jetzt haben wir noch 1700", so Hans-Ulrich Schulze. Dies sei etwa die Einwohnerzahlvon 1900. Für die Zukunft der Stadt, besonders im Rahmen der kurörtlichen Entwicklung, hält es Hans-Ulrich Schulze für unbedingt notwendig, dass Flächen vorgehalten werden. Er wünscht sich, "langfristig den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern zu ermöglichen". Dafür sieht es in Buckow in der Tat nicht rosig aus. Gerade fünf Flächen kann die Stadt derzeit zur Verfügung stellen. Wohl kaum genug, um den krassen Einwohnerschwund wieder aufholen zu können. Grund für die enorme Wegzugsrate ist zum einen der Mangel an Arbeitsplätzen in der Region. Wer in Buckow wohnt und etwa in Berlin arbeitet, sitzt wenigstens zwei - Stunden seines Arbeitstages im Auto. Das wollen sich selbst eingefleischte Buckower auf Dauer nicht antun. Ein weiterer Grund: Werden in Buckow Wohnhäuser saniert, ist es meist vorbei mit den Puppenstuben plus Küche und Bad auf engstem Raum. Wo früher zwei oder gar drei Familien gewohnt haben, richten sich heute Rentner für den Lebensabend im schönen Buckow ein. "Wenn sich das kurörtliche Angebot in der Stadt entwickelt, dann möchten wir, dass sich die Stadt organisch mitentwickelt", so der Bürgermeister. Dafür allerdings brauche die Stadt Bauflächen sowie die "Mitarbeit von Herrn Grützmacher", der laut Hans-Ulrich Schulze den Bau der beiden neuen Parkplätze in der Innenstadt seit eineinhalb Jahre verzögert und Flächen für Wohnbebauung vorgeschlagen habe, die sich in einem Fall im Außenbereich der Stadt befände, in einem anderen vom Wirtschaftshof genutzt werde. Außerdem moniert der Bürgermeister: "Die Naturparkverwaltung mischt sich in die Planungen der Stadt ein." Die Naturparkverordnung habe kein übergeordnetes Planungsrecht, für die Stadt sei die Regionalplanung ausschlaggebend, und die habe Buckow als "Kleinzentrum" ausgewiesen. Natürlich ist Hans-Ulrich Schulze nicht gegen den Naturschutzpark. Aber den hier lebenden Menschen müssten schon bestimmte Existenzbedingungen gewährt werden, fordert er. Auch die Region Märkische Schweiz brauche eine "umfassende nachhaltige Entwicklung". Wie soll's weiter gehen in Buckow und im benachbarten Waldsieversdorf, wo seit 1994 der dritte Anlauf für den Flächennutzungsplan gemacht wurde? Sollten sich die Bürgermeister nicht mal mit Gerhard Grützmacher auf ein Glas Bier in der "Stobbermühle" treffen? Könnten sie, aber der Chef der Naturparkverwaltung würde trotzdem seine grundsätzliche Sicht auf die Dinge nicht aufgeben. Gerhard Grützmacher im BP-Interview: "Es kann doch niemand bestreiten, dass ein solcher Naturschutzpark im Verflechtungsraum Berlin/ Brandenburg Sinn macht." "Es gibt Leute in Buckow, die reden nicht mehr mit Herrn Grützmacher, weil sie nur gegen eine Wand reden", klagt Hans-Ulrich Schulze. Aber ganz so schlimm kann es noch nicht sein. Der Bürgermeister und der Naturparkchef grüßen einander noch, wenn sie sich auf der Straße begegnen. (DF) BLICKPUNKT-Foto: "Wir brauchen die Mitarbeit von Herrn Grützmacher." Bürgermelster Hans-Ulrich Schulze in seinem Büro in Buckow. Foto: Harry |