Buckower Theatermacher weichen auf Strausberg aus: "Hexen und Teufel"1995 gab es mit "Das Dschungelbuch" die erste Vorstellung im Buckower Schlosspark. In steter Regelmäßigkeit folgten jährlich ein oder zwei weitere Stücke, die 30mal und häufiger aufgeführt wurden: "Robin Hood", "Ali Baba und die vierzig Räuber", "Peter Pan", "Pinocchio". Neben den Vorstellungen zur professionellen Unterhaltung für die ganze Familie gab es auch die beiden Brecht-Stücke "Mann ist Mann" und "Mutter Courage". Zumindest in Buckow ist vorerst Schluss mit dem Freiluft-Theater, für das 1995: das Theater-Projekt: "Helene Weigel" von Regisseur Oliver-Konrad Gerbig, Lebensgefährtin und Schauspielerin Ila Schöppe sowie Ulrich Schröder, damals Kulturamtsleiter in Frankfurt (Oder), gegründet worden war. Als Spielstätte wurde im Buckower Schlosspark die Felsenbühne aufwendig ausgebaut. Nun hat das Brandenburgische Kulturministerium in diesem Jahr von einer Förderung abgesehen. Um das Projekt fortführen zu können, fehlen mindestens 35.000 Mark. Die einigermaßen verblüffende Begründung aus Potsdam: Das Buckower Sommertheater gehöre nicht zu den Projekten, "die ein deutliches Landesinteresse begründen". Weil das Sommertheater über keine Spielstätte in Form eines festen Hauses verfügt, müssen die Mittel der Kostenstelle "Projektbezogene Arbeit" jedes Jahr aufs Neue beantragt werden. Langfristige Vorhaben sind somit nur mit einer ordentlichen Portion Optimismus möglich. Ausgleichend konnte nach der Absage aus dem Ministerium auch die Stadt Buckow nicht unter die Arme greifen. Denn deren Haushalt wird noch über Jahre hinweg von den Fehlinvestitionen für ein nichtgebautes Blockheizkraftwerk bestimmt; die Stadt ist hoffnungslos verschuldet. Da nützt es auch nichts, wenn Bürgermeister wie Amtsleiter das Schlosspark-Sommer-Theater als vorzügliches Touristen-Magnet zur Kenntnis genommen haben und Stadtoberhaupt Hans-Ullrich Schulze gar von einem Wirtschaftsfaktor spricht. Dabei konnten sich die Besucherzahlen für die Aufführungen von Anfang an mehr als sehen lassen. "Mit den verkauften Eintrittskarten sind bis zu 60 Prozent der Projektkosten gedeckt worden", so Oliver-Konrad Gerbig. An etablierten Theatern mit festen Spielstätten gelte ein bundesweiter Durchschnitt von vielleicht fünf bis zehn Prozent. Ganz vorbei ist es mit dem Projekt wegen der Förder-Pleite trotzdem nicht. Für das nächste Jahr will sich der Verein früher und intensiver als bisher mit seinem Fördermittelantrag beschäftigen. In diesem Jahr werden nun die Hände dennoch nicht in den Schoß gelegt. Derzeit laufen im Keller des "Deutschen Hauses" in Buckow die Proben für das Stück "Hexen und Teufel" auf Hochtouren, das diesen Sommer im 300 Plätze bietenden Amphitheater des Strausberger Hotels "The Lakeside" aufgeführt wird. "Es geht um eine mystische Welt, um die Beziehung zwischen einer Hexe und einem Teufel, die eigentlich gar nicht zusammen sein dürften", gibt Regisseur Gerbig preis. Es handele sich um ein "gruseliges, mystisches Spektakel, das jeden erschaudern lässt". Versetzt wird das Grusical mit diversem Feuerwerk und kleineren, aber eindrucksvollen Explosionen. Am 13. Mai wird zur Premiere eingeladen, am 27. Mai gibt es ein Benefizvorstellungen zugunsten der Orgel-Sanierung in der Strausberger Kirche St. Marlen. 15 Aufführungen sind im "Lakeside" insgesamt diesen Sommer angesetzt. Aber es könnten leicht auch einige mehr werden, so aus anderen Orten Brandenburgs Interesse für "Hexen und Teufel" bekundet werde, so Oliver-Konrad Gerbig. (DF) (Eintrittskarten für "Hexen und Teufel" im "The Lakeside": Erwachsene 35 Mark, Kinder bis 14 Jahre 15 Mark, Kinder bis 6 Jahre frei, Vorbestellungen unter Telefon 03341/ 3469299) BLICKPUNKT-Fotos:
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