Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 24.01.2000

"Ohne uns wird's brenzlig"

Rehfelder Feuerwehrleute ziehen Bilanz eines Jahres

Rehfelde (rs) Ihre Jahreshauptversammlung führte die Freiwillige Feuerwehr von Rehfelde am Sonnabend im Gasthof zur Alten Linde durch. Als Gäste begrüßte Wehrführer Klaus-Peter Püschel Amtsdirektor Rolf-Dietrich Dammann, Bürgermeister Arno Neumann, die Brandmeister von Kreis und Amt und die Familienangehörigen der Kameraden.

Nachdem der große Millenniumscrash ausgeblieben sei und alle ganz normal und glücklich das neue Jahrtausend erreicht hätten, so der Wehrführer, stehe nun die Bewertung des vergangenen Jahres zur Debatte. Das Jahr 1999 mit Ereignissen und Katastrophen, Tunnelbränden, Orkanverwüstungen, Erdbeben habe die Feuerwehren weltweit immer an vorderster Front gesehen, und zu dieser großen Familie dürfe sich auch die Rehfelder Wehr zählen. Verletzungen von Kameraden der beim Flächenbrand in der Uckermark eingesetzten Wehren, in einem Fall mit Todesfolge, hätten die Gefährlichkeit der Arbeit der Feuerwehr erneut gezeigt, und sollten auch in der Verwaltung erkannt und für die Beschaffung der notwendigen Schutzbekleidung gesorgt werden.

Lobend und für die Wehren Vertrauen schaffend, hob Püschel die gute Koordinierung des Einsatzes von Feuerwehren durch die Leitstelle Märkisch-Oderland hervor, zuletzt beim dramatischen Busunglück in Altlandsberg.

Auf das Geschehen in der eigenen Wehr eingehend, berichtete Püschel, dass sich die positive Tendenz des Rückganges der Einsätze auch 1999 fortgesetzt habe, wenngleich auch 26, davon 15 Brandeinsätze und elf technische Hilfeleistungen, immer noch zu viele seien. Erfreulich sei 1999 auch der starke Rückgang der Verkehrsunfälle im Ausrückebereich auf vier gewesen, leider aber mit zwei Toten. Es sei Amtshilfe für den Rettungsdienst (Rettung eines Jägers mit Herzanfall vom Hochstand) geleistet worden, und die Wehr habe an drei Einsatzübungen teilgenommen. Gute und häufige Zusammenarbeit gäbe es mit den Kameraden aus Strausberg, Garzau und Garzin.


Danke fürs Verständnis, wenn es mal später wird


Viel sei für die Ausbildung getan worden: Drei Kameraden schlossen die Truppführerausbildung mit guten Ergebnissen ab, Kameraden wurden und werden in erster Hilfe beim DRK Strausberg ausgebildet - an einem zwei Jahre laufenden Herz- Lungen-Wiederbelebungsprojekt nehmen allein 25 teil. Dazu gehöre auch der Feuerwehrsport, den man allerdings nicht so verbissen sehe wie andere, an denen bei Kreismeisterschaften und beim Amtspokal teilgenommen wurde.

Nicht unerhebliche Probleme habe es durch einen Einbruch in das Gerätehaus (Diebstahl von Ausrüstung) gegeben. Engagiertes Vorgehen des Bürgermeisters, die Zusammenarbeit mit dem Amt und die zügige Arbeit der Versicherung habe aber zu schnellem Ersatz gefrührt. Sein Vorschlag: Das Ordnungsamt solle die Anschaffung einer Alarmanlage prüfen.

Die Ausrüstung sei auch 1999 vervollkommnet worden. Lobende Worte fand der Wehrführer auch zur Arbeit der Jugendfeuerwehr in Betreuung der Kameraden Marco Feuerherd, Stephan Rothe und Wolfgang Zehbe und der Alters- und Ehrenabteilung unter Leitung von Hartmut Haube. Letztere habe Fred Reiche und Bürgermeister Arno Neumann als neue Mitglieder begrüßen können. Die Wehr habe an einigen Veranstaltungen, wie dem Brandenburg-Tag in Jüterbog und Feuerwehjubiläen in Erkner, Fredersdorf Nord und Bad Freienwalde teilgenommen, zusätzlich zu Einsätzen, Ausbildung und Schulung.

Noch unbefriedigend sei die Versorgung mit Löschwasser im Ort gelöst - kein aktueller Hydrantenplan -, die Dienstbedingungen in den Gerätehäusern hätten sich nicht verbessert. Und bei der Aktivierung der Feuerwehrkapelle sei man nicht vorangekommen. Püschel bat die Familienangehörigen auch weiterhin um Verständnis, wenn es mit der Rückkehr der Kameraden und Kameradinnen mal wieder später würde.

Den Verwaltungen und Behörden gab er als Denkanstoß den Titel des Feuerwehrjahrbuches 2000 mit: "Ohne uns wird's brenzlig."

Bürgermeister Arno Neumann und Kreisbrandmeister Peter Pankow würdigten in Ansprachen die verdienstvolle und freiwillige Arbeit der Kameraden, von denen auch fünf in der Gemeindevertretung mitarbeiten. Der Kamerad Wolfgang Losch wurde zum Hauptbrandmeister befördert, weitere Kameraden erhielten für 30-jährige Zugehörigkeit die Medaille für treue Dienste in Silber und Urkunden.