Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 22.02.2000

Entwässerte Moore als Klimagefahr?

ZALF-Messungen mit widersprüchlichen Befunden

Müncheberg (MOZ) Kultivierte Niedermoore tragen stärker als bisher angenommen zum Anstieg des Gehalts von Treibhausgasen in der Atmosphäre bei. Messungen des Zentrums für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) in Müncheberg belegen die große Bedeutung der entwässerten Niedermoore Norddeutschlands als Quelle des Treibhausgases Lachgas.

Das ZALF bezieht sich unter anderem auf Untersuchungen im Rhin-Havelluch, der Friedländer Großen Wiese und der Gumnitzniederung bei Müncheberg. In stark entwässerten Niedermooren wurden danach Lachgas freigesetzt, zugleich aber - allerdings weit schwächer - Methan gebunden. Eine Wiedervernässung zum Zwecke des Moorschutzes führe zunächst zu einem entgegengesetzten Ergebnis.

Es gibt laut ZALF Hinweise, dass die Freisetzung von Treibhausgasen aus wiedervernässten Niedermooren längerfristig deutlich zurückgehen könnte. Die Forschungen werden fortgesetzt.