BrechtPOSTilleAusstellung im Brecht-Weigel-Haus BuckowBuckow (am) Vom 26. März bis 23. April 2000 findet im Brecht-Weigel-Haus in Buckow eine Postkarten-Ausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung statt. Etwa 150 Prominente und 50 Menschen namens Brecht haben sich im Jahr seines 100. Geburtstages mit Bertolt Brecht beschäftigt und mit dem Ergebnis dieser Auseinandersetzung eine Fläche von jeweils fünfzehn mal zehn Zentimetern gefüllt. Die Formen der Auseinandersetzung sind vielfältig und zahlreich. Sie reichen von Hendrik Liersch' Warnung "Beware of B.B." bis zu Luise Rinsers Geständnis "Sie fehlen uns sehr" oder Doris Schades Dank für die Zukunftsperspektive. Sie zitieren Brecht, vor allem aus den Gedichten, aber sie kritisieren auch. Die Filmregisseurin Doris Dörrie hält Brecht vor: "Der V-Effekt war keine gute Idee der funktioniert einfach nicht. Sorry." Der Theaterdramaturg Hermann Beil zitiert aus Thomas Bernhardts Heldenplatz: "Die Wirklichkeit ist so schlimm, dass sie nicht beschrieben werden kann"... Für die Postkartenschreiber ist Bertolt Brecht lebendiger Gegenstand der Auseinandersetzung, deren Reibungspunkte Brechts ästhetische und politische Ansichten sind. Ein Dichter und Theatermacher aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweist sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch (oder wieder) als politischer Kristallisationspunkt. Die ausgestellten Postkarten bieten eine angenehm leichte, aphoristische Form politischen Denkens, die nicht Verkürzung, sondern Verdichtung bedeutet. Sie erlaubt einen Zugang zu politischen Fragestellungen, den politisiche Theorie oder politisches Handeln nicht immer eröffnen. Öffnungszeiten des Brecht-Weigel-Hauses: Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 13 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. |