Früher in Freising heute abend in StrausbergLandschaftsarchitektin Johanna WirthStrausberg (js/MOZ) Wenn heute abend die Referenten beim Forum zur Lokalen Agenda auf dem Podium des Klubs am See Platz nehmen, wird Landschaftsarchitektin Johanna Wirth dabei sein. Die 40-Jährige die in Waldsieversdorf ein Büro für Umweltplanung betreibt, ist Strausberg beispielsweise durch ihren Beitrag zur Wohnumfeldgestaltung ln der Hegermühle verbunden. Die Multifunktionssportanlage geht auf Johanna Wirths Konto. Seit 1994 lebt sie im Osten, seit sie aus Freising in eine möblierte Wohnung in Buckow zog. Seitdem kommt sie nicht mehr von der Märkischen Schweiz los und auch nicht vom Osten, denn, so sagt sie, hier fühlt sie sich aus mehreren Gründen sehr wohl: "Schon bei unserem ersten Einzug in Buckow stand früh um sechs ein Arbeitskollege meines Mannes vor der Tür, ohne dass wir überhaupt darum gebeten hatten, und half uns tatkräftig beim Einräumen." Am Silvestertag 1994 dann ein ähnliches Erlebnis. Da zog die Familie in das Haus, das sie in Waldsieversdorf gekauft hatte und ausbauen wollte: "Dort standen früh um neun zwei Ehepaare aus dem Betrieb meines Mannes vor uns. Die haben mit uns gemeinsam zwölf Stunden geackert. Und dann wurde gefeiert, das können Sie sich ja vorstellen." In ihrer Wahlheimat Waldsieversdorf fühlte sie sich sehr herzlich aufgenommen. Sie gehört zu den Mitbegründerinnen des Heimatvereins und hat den regelmäßigen Pflanzentauschmarkt ins Leben gerufen. Einen wichtigen Vorteil des Ostens gegenüber dem Westen sieht sie aber auch in der starken Präsenz von Frauen in der Arbeitswelt: "Früher in Freising hatte ich meist mit Männern zu tun und war als Landschaftsarchitektin die einzige Frau. Hier habe ich in der Kreisverwaltung Märkisch-Oderland, in der Stadtverwaltung Strausberg und auch in den Geschäftsführungen vieler Firmen immer wieder mit Frauen zu tun." Ihr imponiere aber auch die stete Hilfsbereitschaft hierzulande. Wenn der Waldsieversdorfer Bürgermeister zum Subbotnik (ein Wort, das sie hier lernte) aufruft, um den Erholungsort aufzuräumen, dann kommen alle. "Und wir waren immer mit dabei und voll anerkannt." Ihr 18-jähriger Sohn geht übrigens auf das Müncheberger Gymnasium, sein Mittag isst er aber in der Waldsieversdorfer Schulküche. Dort schmecke es ihm besser, und die Portionen seien auch größer. Wenn Johanna Wirth heute abend zur Lokalen Agenda 21 sprechen wird, dann auch, um ihrer neuen Heimat die Natur und Umwelt auch für kommende Generationen zu erhalten. |