"lm Augenblick ist es wirklich problematisch"Buckow: Die derzeitige Entwicklung im touristischen Bereich stimmt nachdenklichVonDETLEF KEEMENTZBuckow (MOZ) Die Zwischenbilanz fällt derzeit so positiv nicht aus: Vor rund einem Jahr schloss das Haus Luther seine Pforten. Zu Jahresbeginn folgte das Haus Wilhelmshöhe. Kurz zuvor hatte das China-Restaurant dichtgemacht. Erstmals seit der Wende war 1999 gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Gästebetten zu verzeichnen, um rund 100 auf 771. Auch die sehnlichst erwartete Erneuerung der Ortsdurchfahrt lässt immer noch auf sich warten. Doch die Zeit drängt: 2003 wird über die endgültige Anerkennung als Kneipp-Kurort entschieden. Derzeit gibt es aber noch wenig Grund zum Feiern. Und nun ist auch noch das Aus für das Schlosspark- Sommertheater gekommen (MOZ berichtete), das in den zurückliegenden fünf Jahren mit jeweils 10 000 Besuchern Buckow über die Kreisgrenzen hinaus ins Gespräch gebracht hatte. "Im Augenblick ist es wirklich problematisch", sagt denn auch Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Schulze. Er will sich zwar nicht hinter Versäumnissen und Fehlern der Nachwendezeit verstecken. Aber ohne die 20 Millionen Mark Schulden durch die Pleite mit dem Blockheizkraftwerk hätten die fehlenden 35 000 Mark für das Sommertheater vielleicht aufgebracht werden können. So aber gibt es einen harten Sparkurs und ein Haushaltssicherungskonzept. Doch das allein ist es nicht. Der Bürgermeister benennt gleich mehrere Probleme: So sei es ein Fehler, wenn im Naturschutzpark, der Besucher anziehen solle, "mehr auf ein Totalreservat gesetzt wird, als auf touristische Nutzung". Auch die Rückübertragung sei bisweilen problematisch, dann nämlich, "wenn die Besitzer in der Hoffnung auf Spekulationsgewinne nichts unternehmen". Unzufrieden ist Dr. Schulze schließlich auch mit der Werbung des Landkreises. Da werde allgemein für Märkisch-Oderland geworben und nicht gezielt für Regionen wie die Märkische Schweiz. Gewerbetreibende wie der Unternehmer Uwe Skerka haben auch keine Patentlösung in der Tasche. Skerka vermiest aber "Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen", wenn es darum geht, Buckower Forderungen bei der Landesregierung einzuklagen. Er wünscht sich in der Stadtverordnetenversammlung künftig mehr gemeinsames Handeln zum Wohle der Stadt. Dabei müssten die Ziele eindeutig definiert und dann auch konsequent angesteuert werden. Fotos:MOZ-Fotos (2): Detlef Klementz
Dr. Hans-Ulrich Schulze. |