"Wir fühlen uns allein gelassen"Aus für Buckows Schlosspark-SommertheaterVonDETLEF KLEMENTZBuckow (MOZ) Nach dem Dschungelbuch, Robin Hood, Pinocchio, Peter Pan und Ali Baba sollten in diesem Jahr im Schlosspark-Sommertheater "Hexen und Teufel" (inm "Grusical") Besucher nach Buckow (Märkisch-Oderland) locken. Sollten, denn das Sommertheater, dessen Start für den 15. Juli geplant war, ist geplatzt. Wie so oft ging es ums Geld - genauer gesagt um 35 000 Mark. Die nämlich hätte das Potsdamer Kulturministerium zuschießen müssen. "Eine geringe Summe, verglichen mit nur einer Aufführung an anderen Theatern", sagt Oliver-Konrad Gerbig, einer der Mitorganisatoren. Der gebürtige Kölner muss es wissen. Nach seiner Ausbildung in New York spielte er in den USA, in Wien und in Berlin. Er inszenierte und choreographierte in Klagenfurt, an den Landesbühnen Sachsen und auch am Frankfurter Kleist-Theater. "Ich war gut im Geschäft", sagt er selbstbewusst, habe das aber aufgegeben, "denn wir wollten in Buckow ein Theaterprojekt aufbauen." Wir, das sind seine Lebensgefährtin Ila Schöppe, die einst am Kleist-Theater engagiert war, und der damalige Kulturamtsleiter der Oderstadt, Ulrich Schröder. Die Idee war, vor allem Stücke für die ganze Familie zu inszenieren in denen etwa Kinder aus dem Publikum mitspielen können. Aber auch Brecht sollte hier gespielt werden, was mit "Mann ist Mann" (1996) und "Mutter Courage und ihre Kinder" (1998) geschah. Mit großem Einsatz wurde im Schlosspark eine ehemalige Tribüne als Felsenbühne hergerichtet, die Stadt half dabei ebenso wie örtliche Sponsoren. Ila Schöppe nähte die Kostüme, Oliver Konrad Gerbig bastelte die Requisiten. Und das Publikum war begeistert. Um die 10 000 Buckower und Gäste, darunter viele Berliner, kamen alljährlich zu den gut 30 Veranstaltungen. "Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", wie nicht nur Hans-Ulrich Schulze, Bürgermeister der hochverschuldete, Kurstadt, betont. Das Land förderte die Eintrittskarten - zehn Mark für Erwachsene, 7,50 Mark für Kinder - mit je fünf Mark. Doch in diesem Jahr kam aus Potsdam keine Mark auch nicht aus dem Lottotopf wie 1999. Die Anregung, doch die Kartenpreise zu erhöhen, lehnten die Theatermacher ab. "Wir wollen ja, dass viele Menschen, auch mit schmalem Geldbeutel, unsere Aufführungen sehen", sagt Gerbig. Die leichte Kritik von Amtsdirektor Rolf-Dietrich Dammann, auf das Problem sei nicht nachhaltig genug aufmerksam gemacht worden, weist Gerbig zurück. "Wir haben bereits Ende vergangenen Jahres gesagt, kümert Euch drum, doch es ist nichts passiert." Bürgermeister Schulze hat sich nach eigenen Worten gekümmert und will den Vorwurf des Kulturministeriums, das Land sei "nicht in der Lage und nicht willens, mangelndes kommunales Engagement zu ersetzen", so nicht stehen lassen. Er verweist ebenso wie Fremdenverkehrsamtschefin Ria-Maria Sommerschuh auf die Eigenleistungen der Stadt für das Sommertheater, so die Bereitstellung der Ton- und Lichtanlagen. Auch Arbeitskräfte habe man zur Verfügung gestellt und die Betriebskosten übernommen. Der Bürgermeister beziffert die Eigenleistungen für 1997 auf rund 13 000 Mark. Dem Kulturministerium reicht das aber offenbar nicht. Sprecher Holger Drews erklärt, man habe den Förderantrag geprüft, könne aber wegen des "etwas geringeren Kulturetats nicht mehr jedes Projekt fördern". Er fügt hinzu: "Wir können nicht die kommunale Verantwortung Übernehmen." Das verlangt Bürgemeister Schulze auch nicht. Er vermisst bei der Landesregierung aber eine Entwicklungsstrategie für die Region. "Wir werden hier völlig allein gelassen." Oliver-Konrad Gerbig und seine Mitstreiter sehen ihren Traum in Buckow erst einmal ausgeträumt, auch wenn sie 2001 noch einen Versuch starten wollen. Sie konzentrieren sich nun ganz auf die zweite Spielstätte für "Hexen und Teufel" im Amphitheater des Strausberger Lakdeside-Hotels. Premiere ist am 13. Mai um 20.30 Uhr. Als Teufel wird übrigens Dieter Jäger agieren, der am Mittwoch seine letzte Vorstellung in der "Pension Schöller" am Kleist-Theater gab. Informationen zu dem Grusical "Hexen und Teufel" über Telefon (03341) 34 69 199. Foto:
Wie Bauamtsleiter Uwe Bock auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreterversammlung mitteilte, sei nach letzten bautechnischen Untersuchungen von Mehrkosten in Höhe von rund 40 000 Mark auszugehen. Das geplante Investitionsvolumen liegt bei etwa 390 000 Mark. Die Kameraden der Feuerwehr erklärten sich vor diesem Hintergrund dazu bereit, verschiedene Arbeiten wie Malern und Fliesenkleben in Eigenregie zu übernehmen. Der bauliche Zustand der Scheune erschwert laut Bock den beabsichtigten Ausbau des Dachgeschosses für einen Versammlungsraum. Die Realisierung des Plans sei nur mit zusätzlichen Fördermitteln des Kreises möglich, um die man sich bemühen werde. Bei abschlägigem Bescheid müsse man vorerst auf den Ausbau verzichten. Trotz der Schwierigkeiten soll die Fertigstellung des ersten neuen Feuerwehrgerätehauses im Amtsbereich planmäßig im Frühherbst, möglichst September, erfolgen. |