Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 04.05.2000

Brasilianer im Schlosspark

Konzertreihe Klassik im Grünen beginnt am 28. Mai / Junge Talente aus Osteuropa sollen gefördert werden

Von
DETLEF KLEMENTZ

Buckow (MOZ) Zum zehnten Mal wird in diesem Jahr im Schlosspark die Konzertreihe Klassik im Grünen aufgeführt. Die erste der insgesamt neun Veranstaltungen findet am 28. Mai statt.

Auch in diesem Jahr erwartet der Buckower Kunst- und Kulturförderverein als Veranstalter regen Zuspruch. Natürlich seien Open-Air-Konzerte vom Wetter abhängig, sagt Ernst Herzog, der als langjähriger Projektleiter maßgeblichen Anteil am wachsenden Erfolg der Reihe hat. Er erinnert an das vergangene Jahr, als bei schönem Wetter bis zu 300 Besucher in den Schlosspark gekommen seien. Im Schnitt seien es zwischen 100 und 150 gewesen. "Darunter viele Berliner", freut sich der freischaffende Musiker Herzog. Aber auch aus Strausberg, Müncheberg oder Frankfurt (Oder) kämen immer mehr Besucher. Natürlich hoffen er und seine Mitstreiter auf schönes Wetter an den Konzerttagen. Sollte die Hoffnung nicht in Erfüllung gehen, finden die Kammerkonzerte halt im nahen Parktheater statt.

Angefangen hatte alles schon bald nach der Wende. Immerhin könne Buckow ja auf eine lange kulturelle Tradition zurückblicken, nicht nur allein wegen Brecht, wie Ernst Herzog sagt. Darauf habe man anknüpfen, "etwas in dieser Richtung bewegen wollen".


Musiker kommen auch aus Polen und Litauen


1991 wurden die Ideen dann in die Tat umgesetzt, damals noch mit nur einem Konzert, später dann einer ganzen Reihe. Gleich von Beginn an habe sich der "herrliche Park mit dem vielen Grün und der frischen Luft", bewährt, sagt Herzog.

Von Beginn an habe das Ziel darin bestanden, "anspruchsvolle Kammermusik anzubieten", so der Projektleiter. Der Bratschist Herzog nennt ein zweites Anliegen: "Die Förderung junger Talente aus osteuropäischen Staaten." So hätten in den zurückliegenden Jahren immer wieder junge Künstler beispielsweise aus Polen, Lettland oder Litauen im Buckower Schlosspark ihr Können unter Beweis gestellt. Herzog nennt das Seminar Buckow, wo osteuropäische Musiker in der Vergangenheit an zahlreichen Kursen teilgenommen hätten. Auf diese Weise sei in Buckow eine Begegnungsstätte zwischen Brandenburg und Osteuropa entstanden, unter anderem auch gefördert vom Land. Herzog verweist auf die diesjährige Teilnehmerliste, auf der beispielsweise das Dafo Streichquartett aus dem polnischen Krakow und das Chordos Quartett aus Litauen stünden.


Gemeinsames Faltblatt für drei Konzertreihen


Daneben habe man aber auch die Kontakte nach Westeuropa und darüber hinaus ausgebaut. Dafür stehe das Cello Trio aus Brasilien, das die diesjährige Konzertreihe am 28. Mai eröffnen werde.

Übrigens wird erstmals in diesem Jahr für die Reihen Klassik im Grünen, Musik in Dorfkirchen und Müncheberger Konzerte in einem gemeinsamen Faltblatt geworben. Eine sinnvolle Ergänzung zu den Programmen stellen unter anderem wichtige Telefonnummern und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Anfahrt dar.

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    Im vergangenen Jahr fand die Reihe Klassik im Grünen reges Interesse. MOZ-Foto: Archiv/ B. Kloppstech