Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 12.05.2000

Wasserverband mit Gesamt-Plus

Jahresbericht vor der WVMS-Verbandsversammlung

Letschin (ir/MOZ) Dem Wasserverband Märkische Schweiz (WVMS) geht es gut. Erstmals ist ein Jahr nicht mit einem dicken Minus, sondern mit einem leichten Plus von rund 33 000 Mark beendet worden. - Wenn auch der Uberschuss im Vorjahr nur beim Trinkwasser erwirtschaftet wurde (102 000 Mark). Im Abwasserbereich konnten die Kosten erneut nicht gedeckt werden. Hier wurden 69 000 Mark Verluste "eingefahren". Diese Eckdaten nannte Karl Minnich, der Prokurist des Verbandes, bei der Verbandsversammlung am Dienstagabend in Letschin.

Minnich informierte die Vertreter der Mitgliedsgemeinden über den vorläufigen Jahresabschluss 1999. Denn die Bilanzen werden derzeit noch geprüft. Was den kritischen Abwasserbereich betrifft, so erklärte der Prokurist: Zwar sei mit den jetzigen Preisen noch keine Kostendeckung erreichbar. Eine Gebührenerhöhung werde dennoch nicht nötig sein. Denn mit der in diesem Jahr greifenden Umschuldung von Krediten des Verbandes werde die Belastung daraus deutlich zurückgehen, was das Gesamtergebnis verbessern werde.

Wie in anderen Wasserverbänden auch, sei der Wasserverbrauch im Zuständigkeitsbereich des Wasserverbandes Märkische Schweiz im Vorjahr erneut leicht zurückgegangen, informierte Karl Minnich. Eine große Belastung für den Verband seien auch im vorigen Jahr wieder mehrere Konkurse gewerblicher Abnehmer gewesen. Zwischen 30 000 und 50 000 Mark verliere der Verband pro Jahr durch solche Zusammenbrüche. - Verluste, die letztlich jeder Gebührenzahler mittragen muss. Noch immer weise die Bilanz des Verbandes rund 250 000 Mark offene Forderungen gegenüber der in Liquidation befindlichen Letschiner Wohnungsbaugesellschaft aus. Doch "zu holen wird da wohl nichts sein", meinte Karl Minnich, der für den Verband in der Gläubigerversammlung sitzt.

Hinter säumigen Zahlern sind die Mitarbeiter des Verbandes mehr denn je hinterher. Die offenen Forderungen des Verbandes aus Entgelten und Baukostenzuschüssen konnten im Vorjahr gegenüber 1998 um 575 000 Mark reduziert werden, informierte Minnich. Derzeit belaufen sich die "Schulden" der Bürger beim Verband allerdings immer noch auf rund 2,8 Millionen Mark.

Fazit des Berichterstatters zur Situation des Verbandes: "Die Strukturen sind gefestigt, der Verband arbeitet solide." Was das Personal betreffe, so sehe er allerdings keine weitere Reduzierungsmöglichkeit mehr, erklärte Karl Minnich.

Die finanziell gute Situation ermögliche es auch, alle geplanten Investitionen zu realisieren, ergänzte Verbands-Geschäftsführer Volker Puhlmann.

Geplante Investitionen im Wasserverband

Folgende Investitionen stehen im Einzugsgebiet des Wasserverbandes Märkische Schweiz in der nächsten Zeit an:

  • Abwassererschließung des Angers in Neuhardenberg: Die Ausschreibung läuft. In etwa vier Wochen könnte Baubeginn sein.
  • Kanalnetz für Gusow: In der kommenden Woche sollen die entsprechenden Arbeiten ausgeschrieben werden. (Porblem hier, wie für Neuhardenberg: Obwohl die Förderzusage des Landes vorliegt, gibt es einen Zahlungsstopp für Fördermittel, solange der Landeshaushalt nicht beschlossen ist.)
  • Derzeit läuft die Planung der Trinkwasserversorgung von Müncheberg. Vorgesehen ist dafür die Modernisierung des Neuhardenberger Wasserwerkes und der Bau einer Wasserleitung nach Müncheberg. Die Arbeiten sollen ab 2001 erfolgen. Das Müncheberger Wasserwerk soll nach dem Willen der WVMS-Geschäftsleitung stillgelegt werden. Die Sanierung wäre zu teuer. - Zumal auch die Müncheberger Brunnen still- und neue angelegt werden müssten. Derzeit läuft die Abstimmung mit dem Landesumweltamt, das die Modernisierung beider Wasserwerke favorisiert.
  • Ab 2002 soll die Abwassererschließung im Zuständigkeitsbereich des Wasserverbandes im Oderbruch erfolgen. Die Planung dafür läuft.