Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 15.05.2000

Erster Spatenstich für Buckower Museumsbahn

Buckow. Den ersten Spatenstich für die Wiederaufnahme des schienenverkehrs zwischen Buckow und Müncheberg wurde am vergangenen Sonnabend gesetzt. Noch steht den zwei Vereinen jedoch viel Arbeit bevor.


Die Bahn kommt ins Rollen

Erster Spatenstich für Wiederinbetriebnahme der Buckower Kleinbahn

Von
KATHLEEN BRANDAU

Buckow (MOZ) Im nächsten Frühling soll sie wieder rollen, die Museumsbahn zwischen Buckow und Müncheberg. Am vergangenen Wochenende wurde dafür der erste Spatenstich gesetzt.

Der Anfang ist getan, das Loch für den Kabelgraben geschaufelt. Rolf-Dietrich Dammann, Vorsitzender des Museumsbahn-Vereins und Amtsdirektor der Märkischen Schweiz, und Volker Schulz von der Sparkasse MOL, die neben Gemeinden und Ämtern für den nötigen finanziellen Schub sorgte, haben selbst Hand angelegt als Förderer dieser traditionsreichen Strecke.

"Der Verein wird die Strecke kaufen. Die Bahn hat grünes Licht gegeben", erklärte Dammann den Stand der Dinge. Damit geht es einen entscheidenden Schritt vorwärts auf dieser Strecke, und das Projekt des anno 1992 gegründeten Eisenbahnvereins Märkische Schweiz kommt ins Rollen: Mit einer Museumsbahn, die nicht raucht und qualmt, könnten künftig Touristen in diese malerische Landschaft der Märkischen Schweiz gefahren werden, denn die Buckower Kleinbahn wurde 1930 unter Strom gesetzt und ist heute die einzige lokal elektrifizierte Strecke im norddeutschen Raum. So wie die S-Bahn von der Stromschiene, so wird die Kleinbahn von der Oberleitung gespeist.

"Es ist mir völlig unverständlich, dass solch eine technikhistorische Attraktion einfach sterben sollte die gehört zu Buckow wie der Schermützelsee", meint Helmut Medow, der sich deshalb seit Jahren im Eisenbahnverein engagiert. Etliche Waggons und Lokomotiven hat der Eisenbahnverein bis heute vor der Schrottpresse gerettet, nachdem die 1897 eingeweihte Strecke 1998 endgültig stillgelegt worden war. Das Bahnhofsgebäude funktionierten die Vereinsmitglieder in mühevoller Arbeit zum Eisenbahnmuseum um, das die Geschichte dieser Strecke dokumentiert und vom Fahrkartendrucker bis zum Weichensignal konserviert. Drei Triebwagenpaare mit jeweils Trieb- und Beiwagen, drei Diesellokomotiven und etliche Baufahrzeuge und Maschinen gehören heute zum Fuhrpark der 35  Mitglieder des Eisenbahnvereins.

"Doch dem Unternehmen fehlte der eisenbahnrechtliche Verkehrsträger", erklärt Siegfried Gramzow, einer der Förderer der Kleinbahn und neben den Amtsdirektoren der Märkischen , Schweiz und Müncheberg sowie der Gemeinde Waldsieversdorf Mitbegründer des neuen Museumsbahn-Vereins, der sich nun um die Infrastruktur kümmern werde während der, Eisenbahnverein die Züge in Fahrt bringen will.

Bis das erste Triebwagenpaar wieder rollen kann auf der knapp fünf Kilometer langen Strecke zwischen Buckow und Müncheberg, hätten die Eisenbahngötter den Schweiß und die Ämter gesetzt, wie Gramzow es ausdrückt.

Eine Betriebserlaubnis muss eingeholt, die Bahnstromversorgung wieder aufgebaut, die Strecke zwischen Waldsieversdorf und Buckow repariert werden. Triebfahrzeugführer und Fahrleiter gilt es auszubilden. Es werden ständig rund 30 tatkräftige Mitglieder benötigt, um die Bahn in der Saison an jedem Wochenende und an Feiertagen fahren lassen zu können. Auch Maurer, Maler, Tischler und Gärtner, die sich unentgeltlich einbringen wollen, können sich beim Verein melden. Schlösser, Container und ein Prellbock fehlen ebenfalls. Das Fremdenverkehrsamt wird ein Faltblatt mit der Wunschliste des Vereins veröffentlichen.

Nicht zuletzt braucht die Museumsbahn ordentlich Publicity, damit die Kosten gedeckt werden können. "Ohne das Ineinandergreifen von Museumsbahn und Fremdenverkehrsamt wird das Ganze nicht funktionieren", meint Volker Schulz. Zumindest der Prellbock ist schon gesichert: Olaf Kroße von der Rüdersdorfer Gleisbaufirma Schreck-Mieves hat einen parat.

Interessierte und Spender können unter (033433) 65 90 die Bahn ins Rollen bringen.

Fotos:

    Der Anfang ist getan: Rolf-Dietrich Dammann (r.) und Volker Schulz setzen den ersten Spatenstich für den Kabelgraben. Hier sollen die Trafos angeschlossen werden.
    Raul Stoll (r.) und Oliver Wernicke vom Eisenbahnverein
    Sitzen alle in einem Zug: Die Freunde und Förderer der Buckower Kleinbahn. Viel Herz und Mühe haben sie in die Wiederbelebung der Strecke gegeben. Nächsten Frühling sollen die Triebwagen rollen.   MOZ-Fotos (3): Kathleen Brandau