Lob für aktive DorfgemeinschaftIhlow trägt nun offiziell Titel NaturparkgemeindeVonTHOMAS BERGERIhlow. Naturparkgemeinde, so darf sich das kleine Dorf Ihlow am Rande der Markischen Schweiz nun offiziell nennen. Im Beisein von Landrat Jürgen Reinking, zahlreicher weiterer Gäste aus Politik und Verwaltung sowie vielen Bürgern aus dem Ort und Umland wurde am vergangenen Sonntag die Urkunde feierlich überreicht. Was das winzige Ihlow mit dem großen Europa zu tun hat? Der Landrat konnte sofort eine Verbindung herstellen: "Die Ihlower Störche überwinden jedes Jahr spielend mehrere europäische Grenzen". Was sie durchaus mit den Gänsen in Altfriedland gemein hätten. Die zweite Naturparkgemeinde ist nämlich jährlich Rastplatz für bis zu 40 000 der Vögel aus Nordeuropa und Sibirien. Er freue sich, dass die Auszeichnung inzwischen gleich zwei Orte aus Märkisch-Oderland treffe, sagte Reinking. Für die Ihlower sei es eine tief wurzelnde Selbstverständlichkeit, den Erhalt der einzigartigen Natur ebenso wie des historischen Siedlungsbildes ständig im Blick zu haben, betonte Bürgermeister Randolf Wiese. "Mit der Natur leben" sei das wichtigste Ziel. Wiese konnte sich einen Seitenhieb auf die Landespolitik allerdings nicht verkneifen. Eindringlich rief er dazu auf, den Druck zu Gemeindefusionen aufzugeben, da diese in erster Linie einen Verlust an Identität und Bürgeraktivität brächten. Beim Dorfrundgang zeigte sich, dass Dank und Anerkennung vielen gebührt, die mit Durchhaltevermögen aus so manchem halb verfallenen Objekt ein ansehnliches Wohnhaus geschaffen haben. Manfred Buchholz erläuterte seine Aktivitäten, die aus Schmiede und Schnitterkaserne wieder ein wundervolles, am Originalbild ausgerichtetes Ensemble erstehen ließen. Bei Familie Steinkamp auf der anderen Seite von Teich und Kirche war ebenfalls der Einblick möglich, mit wieviel Hartnäckigkeit das aus Berlin-Kreuzberg stammende Paar seit 1995 ein Stallgebäude zum Wohnhaus umbaut. Ein Dorf, das vom Zusammenwirken alter und neuer Bürger lebt, wie die Redner betonten. Der Förderverein, sagte Vorsitzende Prof. Anne Wolf, zeige, wie stark man gemeinsam sei. Nun setze man darauf, dass künftig auch verstärkt Fördermittel ins Dorf fließen, um beispielsweise endlich in die Sanierung des Schlosses einsteigen zu können. Ebenso offenbarte der Rundgang, dass es weiterhin viel zu tun gibt. Der hinterste Dorfteich soll wenigstens notdürftig wieder in Ordnung gebracht werden, und für die Entsiegelung von Flächen ließen sich möglicherweise über Ausgleichsmaßnahmen durch Firmen und Bauherren Varianten finden. Im Bewusstsein, dass die Naturparkverwaltung oft als Bremser für bestimmte Projekte wahrgenommen werde, wollten diese und die Ihlower vorführen, dass es auch anders geht. Grützmacher zollte den Dorfbewohnern Respekt. Der Naturpark hat sich mit 12 000 Mark an der Neupflanzung von Bäumen in Ihlow beteiligt. "Es gibt viele Möglichkeiten für konstruktives Miteinander", anerkannte Dr. Karin Stein-Bachinger. Die Vorsitzende des Kuratoriums hatte Bürgermeister Randolf Wiese die Urkunde überreicht. Hinzu kam eine Überraschung der NaturparkverwaLtung. Gerhard Grützmacher übergab eine alte Ihlower Karte aus dem Jahre 1843, die sich angefunden hatte und von einem Praktikanten neu hergerichtet worden war. Symbolhaft war dann auch das Zusammenwirken von Naturparkchef und Dorfoberhaupt beim Anbringen des EmaillLeschildes "Naturparkgemeinde". Randolf Wiese wurde seinem Ruf aLs praktischer Mann gerecht, hatte Schrauben und Dreher in der Tasche parat. Foto:
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