Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 19.06.2000

Dreimal Salut für die Rosenkönigin

Mindestens so viel Besucher wie im Vorjahr beim Fest in Buckow / Colts und Kanone rauchten

Von
INA BOCKHOLT

Buckow (MOZ) Buckow blüht. Drei Tage lang haben Bürger und Gäste das traditionelle Rosenfest gefeiert. An den ersten beiden Tagen kamen mindestens so viele Besucher wie im vergangenen Jahr zu den Veranstalgen.

Gleich am Eingang des Stadtparks brachte ein Apéritif die Besucher auf den richtigen Geschmack. Monika Hahn verkaufte dort Rosenbowle aus Honig, Orangenlikör und Blütenblättern. Die Keramikfässer mit insgesamt rund 100 Litern des Getränks leerten sich schnell.

Ein paar Schritte weiter malten und bastelten Kinder zusammen mit den Erzieherinnen der Helene-Weigel-Kita. Sie gestalteten Luftballons oder zogen Perlen auf Schnüre. Der schöne Schmuck war aber längst nicht so auffällig wie der Putz der beiden Prinzessinnen. Mit einem Rosenkränzchen im Haar verteilten Fenja Fischbach und Anne Schulz in glänzenden Kleidern unzählige der stacheligen Blumen.

Eine Rose erhielt auch Revierförster Peter Büssow, der sich weniger um Zuchtpflanzen als um den Naturpark Markische Schweiz sorgt. Büssow betreute den Stand der Waldschule, wo Eltern und Kindern unentwegt an der Duftorgel Waldaromen schnupperten oder für das akustische Gedächtnisspiel kleine Dosen ans Ohr nahmen.

Einen anderen Sinn, den Sehsinn, bedienten Cowboys und Indianer. Die Litle Big Horse Ranch aus Müncheberg führte auf der Wiese gegenüber der Felsenbühne Kunststücke vor. In zwei Westem-Shows zeigten sie etwa, wie man während eines schnellen Ritts noch zielsicher einen Luftballon zum Platzen bringen kann. Die vielen Plätze auf den Bänken rund um die Wiesen waren sämtlich belegt.

Nicht die Colts, sondern eine Kanone rauchte bei der Eröffnung des diesjährigen Rosenfests am Sonnabendmorgen. Buckows Kanoniere saltuierten der Rosenkönigin Marlen Wolf mit Schüssen. Die Männer in preußischer Unifomm erklärten, dass Salutschüsse früher hohen Besuch ankündigten. Bei den drei Böllem müssten alle Buckower erkannt haben, dass die Rosenkönigin nun zwei Tage lang das Regiment im Stadtpark übernommen hat. Bürgemmeister Hans-Ulrich legitimerte die 21-jährige Bürokauffrau aus Strausberg mit feierlichen Worten.

Die Buckowerin Gabriele Menzer schätzt, dass dank des guten Wetters mindestens so viele Besucher wie im vergangenen Jahr zum Traditionsfest kamen - 1999 zählten die Veranstalter 10 000 Besucher. Am Sonnabend wurde im Festzelt bis in den frühen Morgen getanzt.

Fotos:

  • Eleganz ist Pflicht am Rosenhof. Zur Prinzengeneration gehören Christin Lede (9), Fenia Fischbach (9), Anne Schulz (9) und Oliver Spaeth (10, v.li.).
  • Blumen können berauschen: Monika Hahn verkauft Rosenbowle.
  • Warten im Park: Die Zuschauer haben sich auf die Bänke gesetzt, um die Eröffnungszeremonie zu sehen.
  • Majestät für drei Tage: Marlen Wolf ist die Rosenkönigin 2000.
  • Wenn eine Königin nach Buckow kommt, marschieren die Kanoniere. Die Uniformschnitte stammen aus der Zeit von Friedrich II.       MOZ-Fotos (5): Ina Bockholt