Drama in Rehfelde: Tochter fand tote ElternFamilienvater brachte vermutlich Ehefrau um und erhängte sich / Psychische Hilfe für 12jährigeRehfelde (js/dpa) Bei einer Familientragödie in Rehfelde (Märkisch-Oderland) hat ein 43jähriger Familienvater offensichtlich zunächst seine fünf Jahre ältere Ehefrau und anschließend sich selbst umgebracht. Nach dem vorläufigen Obduktionsbericht sei eine Fremdeinwirkung beim Tod der Eheleute weitgehend auszuschließen, erklärte Staatsanwalt Michael Neff gestern in Frankfurt (Oder). Wie die MOZ bereits am Samstag in einem Teil der Auflage berichtete, hatte die zwölfjährige Jessika L. bei ihrer Rückkehr von einer fünftägigen Klassenfahrt am Freitag ihre Eltern und zwei Katzen tot in der Rehfelder Wohnung aufgefunden. Die Polizei konnte zunächst noch nicht sagen, ob es sich um Selbstmord oder ein Kapitalverbrechen handelte. Die Ermittlungen vom Wochenende ergaben dann als vermutlichen Tatverlauf, dass der Mann seine Frau zunächst in der Küche geschlagen und dabei am Kehlkopf getroffen hat. Durch den Schock sei bei der 48jährigen ein so genannter Reflextod eingetreten, erklärte Staatsanwalt Neff. Dies passiere selten und sei hauptsächlich beim Tod von Soldaten im Krieg bekannt. Deshalb werde noch geprüft, ob die Mutter unter Medikamenteneinfluss stand. Nach dem Tod seiner Frau habe der Familienvater zunächst die beiden Hauskatzen getötet und sich anschließend selbst auf dem Dachboden erhängt, berichtete der Staatsanwalt weiter. Nach bisherigen Erkenntnissen sei das Drama schon vor Freitag passiert. Gesicherte Ergebnisse würden von weiteren gerichtsmedizinischen Untersuchungen erwartet. Für diesen Tatverlauf spreche auch die Motivlage und die Tatsache, dass die Wohnung abgeschlossen vorgefunden wurde. Zum Verbleib des Mädchens wollte der Staatsanwalt keine Angaben machen. Nach Presseberichten war zunächst aus Berlin psychologische Hilfe für die 12jährige angefordert worden. Ihre 17jährige Schwester lebe seit einem schweren Verkehrsunfall vor Jahren in einem Behindertenheim. Das weiße Doppelhaus in der Rehfelder Durchgangsstraße, in dem sich das Tötungsdrama abspielte, lässt von außen keinen Schluss auf zerrüttete Familienverhältnisse zu. Von Anwohnern wird die Familie als unauffällig und nicht überaus kontaktfreudig beschrieben. Krankenwagen seien öfter einmal vorgefahren. Familie L. sei 1997 aus Berlin-Hellersdorf nach Rehfelde umgezogen. |