Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 28.06.2000

Nach Erschütterung und Mitgefühl für Hilfe sorgen

Behlau: Wollen uns ganz lieb um Jessica kümmern

Rehfelde (rj/MOZ) Mit Erschütterung ist an der Rehfelder Gesamtschule mit Grundschulteil der schlimme Schicksalsschlag für die Schülerin Jessica L. aufgenommen worden. "Nachdem wir vom Tod ihrer Eltern erfahren hatten, war für uns am wichtigsten, ob beziehungsweise dass das Mädchen erst einmal gut untergebracht ist", berichtete Schulleiterin Evelyn Behlau gegenüber der Märkischen Oderzeitung.

Für die als leistungsstark und nett geltende, aber sonst eher zurückhaltende Schülerin sei es sicher sehr schwer, das Vorgefallene zu verkraften, vermutet Evelyn Behlau mitfühlend. "Wenn Jessica wieder in die Schule kommt, wollen wir uns deshalb ganz lieb um sie kümmern und ihr versuchen zu helfen", äußert sie namens des Pädagogenteams.

Auch in der Gemeinde herrscht Beklemmung. "Wir wissen zwar im Moment nicht, wer jetzt für das Mädchen sorgt", sagt der Bürgermeister Arno Neumann, "werden uns aber beim Jugendamt erkundigen, in welcher Weise wir als Kommune Unterstützung geben können."

Derzeit liegt die Verantwortung für Jessica L. bei einem Amtsvormund des kreislichen Jugendamtes. Nach der gemeinsamen Abschlussfahrt ihrer 6.Klasse nach Peenemünde hatte das Mädchen am vergangenen Freitag ihre Eltern tot in der Wohnung aufgefunden.