Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 01.07.2000

Survival in Märkischer Schweiz

Schüler der Johanna-Schule aus Bernau erleben abenteuerliche Tage

Buckow (MOZ) Einen interessanten Einblick in die Arbeit der Naturwacht Märkische Schweiz gibt der Erlebnisbericht von Schülern der Klasse 5/6 der Bernauer Johanna-Schule, den wir im Folgenden dokumentieren.

Was die Enrwachsenen können, können wir auch, sagten sich einige Schüler der Johanna-Schule Bernau und meldeten sich in der Naturwacht Märkische Schweiz für ein kleines Survival-Training an.

Nach einem letzten stärkenden Imbiss in der Zivilisation zogen wir voll Vorfreude und Spannung los. Das Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten. Bereits nach einer kurzen Wegstrecke am See entlang durch den Wald setzte der "Überlebenskampf" ein. Wir mussten sumpfiges Gelände überwinden, der Pfad war kaum noch sichtbar, umgefallene Bäume und Sträucher überdeckten den Weg. Manch Schüler blieb im Morast stecken, Schuhe mussten gerettet werden, Strümpfe und Hosen verfärbten sich zusehends schwarz. Der Angriff der Mücken wurde immer stärker, die drückende Schwüle nahm zu. Da, endlich eine Lücke im Schilf am See. Die Freude wurde etwas gedämpft, als wir erfahren, dass wir den See an dieser Stelle überqueren sollten. Unser Camp für die Nacht lag auf der anderen Seeseite. Ob wir das wohl auch mit unserer Nichtschwimmerin schaffen? Wir bauten uns aus trockenen Baumstämmen und Ästen ein Floß, um die Rucksäcke trocken hinüberzubringen. Dann wurde ein Seil aber den See gespannt und mit vereinten Kräften und mit Hilfe eines aufgeblasenen Autoreifens (Ein Gruß an die Zivilisation) gelangten alle wohlbehalten ans andere Ufer. Im Camp angekommen, bauten wir uns Hütten für die Nacht. Dazu durften nur Naturmaterialien, Stämme, Äste und Blätter, genutzt werden. Hammer, Nägel und Seile waren tabu. Es war gar nicht so einfach, eine regendichte Unterkunft herzustellen. Dann war es Zeit, an das Abendessen zu denken. Während einige Blätter als Zutaten für den Tee im Wald suchten beschäftigten sich die anderen mit dem Feueranzünden. Natürlich ohne Feuerzeug und Streichhölzer. Mit dem Feuerbohrer gelang es uns nicht, aber mit Hilfe von Feuerstein und Eisenstab konnten wir eine Flamme entzünden. Während wir auf das Kochen des Wassers warteten, schnitzten wir uns selbst Spießer, Löffel und andere Geräte zum Essen. Der selbst gebraute Tee aus Himbeer- und Brombeerblättern und die im Deuer gerösteten Kartofeln waren zwar nicht wie Cola und Pommes mit Ketchup, aber dafür wie Abenteuer. Eine kleine Nachtwanderung, bei der wir Fledermäuse sehen und hören konnten, beendete den Tag. Nicht jeder wollte in der Nacht in seiner selbstgebauten Hütte schlafen. Manch einer zog die Nacht im Schlafsack neben den Erwachsen vor. Für die meisten von uns war es die erste Nacht unter freiem Himmel im Wald. Das Surren der Mücken, das Rascheln der Tiere und andere unheimliche Geräusche machten das Ein- und Durchschlafen schwer. Irgendwie gelang es aber schließlich doch allen. Der Morgen empfing uns mit herrlichem Sonnenschein. Schnell waren die "Schrecken der Nacht" vergessen. Feueranzünden war schon kein Problem mehr für uns und so gab es bald Frühstück mit Johanneskrauttee und selbst gebackenen Brötchen. Ein Bad im See bildete leider schon den Abschluss des "Uberlebenstrainings". Nach einer kurzen Waldwanderung kamen wir wieder in der Zivilisation an. Voller Stolz auf das überstandene Abenteuer konnten wir in der Schule berichten: "Wir haben es überlebt."

Einen herzlichen Dank an die Naturwacht und besonders unserem Trainer Peter Eichelkraut.

Foto:

    Marcel mit Feuerbohrer.         Foto: privat