Singende Tänzer und eine rotgestiefelte KuhFolklore-Ensemble Sonejka Gast an SchuleRehfelde (rj/MOZ) Rote Stiefelchen wirbelten am Donnerstag über das Turnhallenparkett der Gesamtschule, stampften als Pferdchen vor dem Bauernwagen oder schwebten wie im Feenreigen. Das weißrussische Kinder- und Jugend-Ensemble Sonejka (siehe auch Seite 13) bot den Rehfelder Mädchen und Jungen eine dreiviertel Stunde lang Folklore vom Feinsten und riss schließlich auch die typischsten Vertreter deutscher Zurückhaltung zu heftigem Applaus hin. Dabei gehören die jungen Tänzerinnen und Tänzer keineswegs zu ausgewählten Könnern ihrer Sparte. Wer in dem kleinen Dorf Saschirje - 20 Kilometer von der radioaktiven Sperrzone von Tschernobyl entfernt - Lust zum Tanzen oder Singen verspürt, der kann in dem 1989 gegründeten Ensemble mitmachen. So sind unter den Mitgliedern Achtjährige ebenso vertreten wie 17-Jährige, der Nachwuchs ist ständig gesichert. In der Rehfelder Turnhalle zeigten die Ensemble-Mitglieder, wie sie sich mit Erfolg in ihrer Freizeit mit dem Wiederentdecken und Bewahren alter weißrussischer Lieder und Tänze beschäftigen. Mit welcher Freude und Leidenschaft sie das tun, davon vermittelte ihr Auftritt einen Eindruck. Ob sich die Mädchen in Zweier-, Vierer- oder Achtergruppen beim Tanz fanden, ob sie Kreise, Räder oder Reihen beschrieben, stets waren die Lust und das Temperament dabei kaum zu übersehen. Dass sie bei all der tänzerischen Energie dazu auch noch singen konnten und das mit Kraft und Mehrstimmigkeit, das nötigte Bewunderung ab und sprach für eine vielen hierzulande selten eigene Kondition. In melodiösen melancholischen Weisen besangen sie die weiten Wälder und Seen ihrer Heimat. Frisch und frech klang es, wenn von Alltagsgeschichten die Rede war. Und was für ein Spaß erst, als eine rotgestiefelte Kuh die ersten Hosenbodenreihen in der Turnhalle aufscheuchte. Da musste sogar noch eine Zugabe herhalten. Der Rhythmus geht ins Blut und Tanzfreude steckt an. Zum Schluss kann sich das Rehfelder Publikum nicht mehr aus der Affäre ziehen. Die Tänzerinnen und Tänzer von Sonejka holen sich aus den vorderen Reihen neue Tanzpartner und drehen sich mit ihnen im Kreise (Foto oben). Dabei zeigten die Rehfelder Mädchen durchaus Talent und hatten sich zum Teil recht schnell an einfache Schrittkombinationen gewöhnt. Für den temperamentvollen und schönen Auftritt bedankten sich die Rehfelder Kita-Kinder und Schüler nicht nur mit einem großen Korb voller Schokoladen-Überraschungen. Sie hatten zuvor auch Geld gesammelt und übergaben ebenso wie Bürgermeister Arno Neumann für die ganze Gemeinde eine Spende an das weißrussische Ensemble. Fotos (2): Gerd Markert |