Schüler dankten mit AbschiedsprogrammWaldsieversdorfer Grundschule wird geschlossenVonDETLEF KLEMENTZWaldsieversdorf (MOZ) "Alte Schule, altes Haus, ich danke dir", sangen die Schüler der Waldsieversdorfer Grundschule am Freitagabend vor ihren Lehrerinnen. Weiter hieß es in ihrem Lied: "Neue Schule, neues Glück, und es führt kein Weg zurück." Letzteres wollte Bürgermeister Manfred Werner zwar nicht ganz so pessimistisch sehen, als er ehemaligen und noch aktiven Pädagogen sowie Förderern der Schule für ihre Arbeit dankte. Der Anlass der Zusammenkunft war nicht schön: Die Schule wird mangels Kinder geschlossen (MOZ berichtete). Auch der Bürgermeister weiß, dass die Schule nur dann wieder eine Chance hat, wenn die Kinderzahl deutlich nach oben geht. Und wie schwer das derzeit vorstellbar ist, machte der Bürgermeister in seiner kleinen Ansprache selbst deutlich. Werner bedauerte die Schließung der Schule, die in zwei Jahren ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. "Damit geht wieder ein Stück Identität verloren", sagte er. Nach 1945 seien hier acht Jahrgänge in einem Raum unterrichtet worden. Anfang der 70er Jahre habe die zehnklassige Polytechnische Oberschute Einzug gehalten, die nach der Wende auf sechs Klassen zurückgefahren worden sei. Und nun das Aus. "Die Schule war aber nicht länger zu halten", zeigte sich der Bürgermeister fast ein wenig hilflos. Und er machte in diesem Zusammenhang kein Hehl daraus, dass er die Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich ablehnt. Werner dankte auch den beiden Küchenfrauen, die mit der Schließung der Schulküche ihre Arbeit eben so verlieren wie zwei Halbtagskräfte. Was mit dem Gebäude geschieht, ist noch unklar, erstmal wird es leer stehen. Zuletzt seien hier 52 Schülerinnen und Schüler von fünf Lehrerinnen unterrichtet worden, sagte Schulleiterin Anita Landmesser, die seit 1967 an der Schule als Lehrerin arbeitete, davon die letzten vier an der Spitze. "Vielleicht hätte ich auch was sagen sollen", meinte sie, schüttelte dann aber den Kopf: "Ich kann einfach nicht, es schnürt mir alles zu." Drei der Lehrerinnen gehen nach Buckow, eine nach Altlandsberg und eine hört auf. Das Gros der Schüler wird künftig in Buckow lernen. "Eure Kinder werden hier vielleicht wieder in die Schule gehen", gab Bürgermeister Werner den Schülern nach ihrem kleinen Abschiedsprogramm mit auf den Nachhauseweg.
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