Proben werden sekundenschnell analysiertMilch von 200 000 Kühen Brandenburgs wird monatlich in Waldsieversdorf geprüftVonINA BOCKHOLTWaldsieversdorf (MOZ) Im Waldsieversdorfer Labor des Landeskontrollverbandes Brandenburg wird monatlich die Milch von rund 200 000 brandenburgischen Kühen geprüft. Das sind 98 Prozent der Milchkühe. Ein Miniaturmnilchfläschchen hinter dem anderen steht auf dem Fließband. Die kleinen Gefäße bewegen sich in Richtung Analyseautomat. Unterhalb des Monitors werden wichtige Inhaltsstoffe der Milch gemessen. In einer Stunde können mit diesem EDV-gestützten Verfahren rund 450 Milchproben auf ihre QuaIität hin untersucht werden. Die so genannte Milchleistungsprüfung ist freiwillig. Die regelmäBige Kontrolle kostet laut Geschäftsführer Manfred Hampel je nach Prüfungsmethode 18 oder 36 Mark je Kuh und Jahr. Sie hilft den Landwirten, die Ökonomie der Milchproduktion im Auge zu halten. Das Verfahren dient aber auch dem Verbraucherschutz. Neben dem Fett- und Eiweißgehalt, wird auch der Anteil kranker, so genannter somatischer Zellen gemessen. Gerade dieser Wert ist ein Indikator für die Qualität der Milch. Wenn mehr als 400 000 somatische Zellen gemessen werden, ist die Milch für den Markt nicht mehr zu verwerten. Der Bauer bekommt Bescheid, dass die entsprechende Kuh krank ist und der gesamten Milchlieferung der Molkerei schadet. Der Verband am Roten Luch ist 1990 als ein Verein gegründet worden. Mit 144 Arbeitsplätzen ist er einer der größten Arbeitgeber in der Gegend. Die Angestellten schwärmen täglich durch das Land und holen Milchproben von Höfen. Der Verband hat zwei Außenstellen, in Golßen bei Baruth und Wusterhausen bei Kyritz. Auch die Ohrmarken für Rinder werden vergebenAußer der Milchleistungsprüfung bidtet das Waldsieversdorfer Labor weitere Kontrolldienstleistungen an. So übernimmt der Verband für das Landwirtschaftsministerium die Milchprüfung. Dabei wird die von den Molkereien verarbeitete Milch auf ihre Qualität kontrolliert. Die Anzahl der in diesem Bereich untersuchten Milchproben ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zurückgegangenen, weil es immer weniger milchproduzierende Betriebe im Land gibt. Das Institut überwacht ein gewaltiges Vermögen. Mit der Milchprüfung kommen jährlich rund 60 Millionen Tonnen Rohmilch in das Kontrollverfahren. Laut Manfred Hammel hat diese Menge einen Wert von rund 60 Millionen Mark. Ein weiterer Service für Landwirte ist die Futteruntersuchung des Landeskontrollverbandes. Gras- und Maisprodukte sowie Mischfutter werden in ihrer Qualität geprüft. Die Labortests verschaffen den Bauern eine Orientierung über die verfütterten Stoffe, die für die Qualität der Milch und letztendlich für den Gewinn des landwirtschaftlichen Betriebs verantwortlich sind. "Die Futterversorgung hat auch dad Vorgängerinstitut zu DDR-Zeiten angeboten", sagt Manfred Hammel. Aber auch die Beratung für Milcherzeuger, etwa beim Melken, gehört zu den Angeboten des Betriebs. Der Verband hat aber auch ein landwirtschaftliches Monopol. Von hier aus werden die Ohrmarken für Rinder vergeben. Die Verteilung ist vor allem seit der BSE-Krise relevant. Jeder Landwirt muss jede Geburt eines Kalbs innerhalb von sieben Tagen anzeigen.
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