Ein weiblicher Nikolaus bringt Beute ins HausRehfelder Adventsgruß an wenig mobile SeniorenRehfelde (rj/MOZ) Lucie Brunisch kann das fröhliche Guten Morgen am Nikolaustag nicht hören. Das Hörgerät der alten Dame ist verrutscht. Aber sie sieht es im Gesicht der Eintretenden. Mit kundigen Griffen nimmt Elfriede Wenzel das Gerät in die Hand und biegt den weichen Schlauch wieder zurecht. Jetzt kann sie der 87-Jährigen aus der Bahnhofstraße genau erklären, was sie in dem großen Beutel mit den weißen Sternen mitgebracht hat. Seit 15 Jahren bedenkt die Gemeinde Rehfelde Senioren, die aus gesundheitlichen Gründen selten aus dem Haus und in Kontakt mit anderen Menschen kommen, mit einem kleinen vorweihnachtlichen Gruß: ein paar Süßigkeiten, ein paar Knabbereien, eine Dose mit leckerem Fisch... "Das ist doch nur recht und billig", befindet Bürgermeister Arno Neumann, dessen Mutter selbst vor Jahren mithalf, die kleinen Adventsgrüße an den Mann oder die Frau zu bringen - ein Zeichen menschlicher Verbundenheit, eine kleine Aufmerksamkeit im Sinne von Nicht-vergessen-Sein. Gestern verblieben Dorit Förster und Elfriede Wenzel, die sich seit Jahren ehrenamtlich um die Seniorenarbeit im Ort kümmern, nur wenige Minuten für jede Übergabe. Groß ist die Gemeinde geworden, viele Senioren wollen aufgesucht sein. Ohne den Jeep des Bürgermeisters und Norbert Krüger am Steuer wäre das nicht schaffbar. Auf diese Weise werden die weit entlegenen Straßen, die schlecht befahrbaren Wege bewältigt. "Den 'Rest' erledigt Frau Wenzel per Fahrrad", zieht der Gemeindeangestellte den symbolischen Hut vor dem ehrenamtlichen Engagement. Schon geht es weiter. Für eine kleine Freude in einer dunklen Jahreszeit. Foto:
Ratlosigkeit bei den Gemeindevertretern. Über einen Raum oder ein eigenes Haus verfügt die Kommune, nicht. Der in der Nachbargemeinde Rehfelde existierende Jugendklub werde von den meisten Jugendlichen abgelehnt, hieß es. Eine Privatscheune, wie früher einmal zur Verfügung gestellt, hängt von der Bereitschaft der Besitzer ab, das nicht immer ruhige Jugendleben zu tolerieren. Das baufällige Häuschen neben dem Feuerwehrdepot, auf das die Jugendlichen ein wenig spekulierten, wird noch von der Wehr genutzt und löst das Problem nicht. Die Gemeindevertreter stellten den Jugendlichen in Aussicht, in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Sozialausschuss nach Alternativen zu suchen. Die jungen Werderaner wurden aufgefordert, zuvor selbst einmal aufzuschreiben, was sie sich alles vorstellen könnten. Das gelte es zu prüfen und mit gegenseitigem Verständnis einen Weg zu finden. |