Die Weigel zum Leben erweckt3. Literatursommer in Buckow eröffnetBuckow (tjo) Sie hat Esprit, Charme und vor allem Temperament. Mit diesen Eigenschaften hatte die singende Schauspielerin und schauspielernde Sängerin Gina Pietsch ihr Publikum von Anbeginn auf ihrer Seite. Freitagnachmittag wurde der diesjährige Literatursommer im Buckower Brecht-Weigel-Haus mit dem Programm "Helene Weigel - der brotbackenden netzestrickenden suppenkochenden Kennerin der Wirklichkeit" eröffnet. Jürgen Beyer begleitete die Pietsch ausdrucksstark am Klavier. Beide boten - trotz des herrlichen Sonnenwetters vor vollem Haus - ein stimmungsreiches Programm mit Liedern, Rollentexten und Lebenszeugnissen der Helene Weigel. Und der Eröffnungstag war sorgfältig auserwählt: Die frühere Lebens- und Arbeitspartnerin Brechts wäre am 12. Mai hundert Jahre geworden. Die Veranstaltung geriet nicht zum melancholisch angestaubten Requiem auf ein längst verstorbene Theaterlegende. Vielmehr vermochte es Gina Pietsch mit scheinbarer Leichtigkeit, ihr großes Vorbild gleichsam auferstehen zu lassen und mit frischem Leben zu erfüllen. Das Publikum quittierte ihr mit donnerndem Applaus. Bereits am Vormittag wurde auch eine Ausstellung ("Ich bin ihnen fortdauernd reichlich gewogen, Madame..." Helene Weigel - ein Leben für Brecht) eröffnet, die das ganze Jahr über in Buckow zu sehen sein wird. Das Programm mit Gina Pietsch und Jürgen Beyer läuft übrigens, noch einmal am kommender Sonntag
um 16 Uhr, dann in voller Länge. Insgesamt 16 Veranstaltungen laufen in dieser Saison bis
zum 26. August. Und die breite Streuung über vier Monate ist ein echtes Novum.
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