Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 06.02.2001

Hausaufgabe: Was gehört in den Vertrag bei möglichem Zusammenschluss?

Klosterdorfer stellen Vernunft vor Vertrauen auf schnellen Zuzug

Klosterdorf (rj/MOZ) Voll auf Risiko wollen die Klosterdorfer in Sachen Gemeindegebietsreform nicht gehen. Zwar bewegt sich der Ort mit seiner Einwohnerzahl nur etwas unter der magischen 500er-Grenze. Vorausgesetzt, mit dem neuen Wohngebiet ginge es nun schnell voran, könnte Klosterdorf nach den innenministeriellen Leitlinien damit künftig auch als Ortschaft allein weiterbestehen. Doch so optimistisch sind die Gemeindevertreter für die verbleibende Jahresfrist nicht.

"Ob wir uns von jetzt 456 gemeldeten Bürgern in diesem kurzen Zeitraum auf 500 steigern können, ist fraglich", zweifelte denn auch Bürgermeister Lothar Arndt zur jüngsten Gemeindevertretersitzung. Um einer späteren willkürlichen Zuordnung zu entgehen, trat Klosterdorf daher bislang die Flucht nach vorn an.

Aktueller Stand der Gespräche zwischen Grunow, Ihlow, Bollersdorf und Klosterdorf laut Information in der vergangenen Woche: Das Interesse der drei kleineren Kommunen an einem möglichen Zusammenschluss mit Klosterdorf unter einem neuen gemeinsamen Namen besteht weiter.

Bis zur Gemeindevertretersitzung Februar sind zunächst alle Gemeindevertreter aufgefordert, sich Gedanken zu machen, welche für ihren Ort wichtigen Dinge in einen künftigen öffentlich-rechtlichen Vertrag aufgenommen werden müssten.

An Stichworten nannte der Bürgermeister die Weiterführung der Prioritätenliste, den kommunalen Wohnungsbestand, die Kindertagesstätte oder auch die Zukunft des Objektes, in dem der Jugendklub sein Domizil hat und auch die Gemeindevertreter tagen. Ebenso erinnerte Arndt an die Bereiche, die man als freiwillige Aufgaben bislang unterstützt habe Sportverein und ÖkoLeA, Jugend, Reit- und Fahrverein, Dorffest.

Neben diesen der Einsicht in die Notwendigkeit dienenden Maßnahmen wurden jedoch erneut auch Zweifel an den durch das Land angestrebten Kosteneinsparungen laut. Zudem verkleinere sich, so Brigitte Rücker, die in Brandenburg bislang breite Grundlage zur demokratischen Einbeziehung der Bürger.