Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 06.02.2001

Leserbrief


Schlafstörung durch Turbinenlärm

Als Nachtrag zum MOZ-Beitrag über die öffentliche Gemeindevertretersitzung am 19. Januar mit dem Thema Geräuschimmissionen durch die geplanten Windkraftanlagen in Werder merkte ein Werderaner Bürger an:

Der Lärmschutzexperte machte folgende Feststellungen, die in dem MOZ-Beitrag unerwähnt blieben.

  1. Die Geräuschstruktur der Windturbinen ist so beschaffen, dass sie vom Gehirn des Menschen vor allem nachts als Information wahrgenommen wird. Schlafstörungen sind bis zu 30 Tagen im Jahr möglich. Der zusätzlich auftretende Infraschall kann bei besonders empfindlichen Menschen zu psychosomatischen Erkrankungen führen (Kopfschmerzen, Herzrasen, Magen- und Darmerkrankungen).
  2. In der Praxis kann der prognostizierte Geräuschpegel viermal höher liegen als der Durchschnittswert.
  3. Die unterste Grenze einer relativen Sicherheit von negativen Einflüssen liegt bei etwa 1000 Metern zwischen Windkraftturbinen und dem Dorfgebiet (geplant in Werder sind etwa 500 Meter).
  4. Durch die Windkraft wurde bis heute noch keine einzige Tonne Kohle eingespart. Es gibt effektivere Methoden der Energieerzeugung.
  5. Windkraft ist für die Betreiber zurzeit das profitabelste Geschäft. Es können bis zu 100 Prozent der Kosten durch Banken kreditiert werden.
  6. Den Vorschlag des Sachverständigen, einzelne Anlagen zu bauen und dann die Auswirkungen auf den Menschen abzuwarten und begutachten zu lassen, empfinde ich als Vereinnahmung der Bürger von Werder als Versuchsobjekte.

Die Bürger von Werder sollten ihr wichtigstes Gut, ihre Gesundheit, schützen und sich so die vorhandene Lebensqualität erhalten. MANFRED PIETSCH


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