Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 20.02.2001

Leserbrief

Im Einklang mit der Natur

Mediationsverfahren für Märkische Schweiz

Leserbrief zu den Berichten über das Mediationsverfahren im Naturpark Märkische Schweiz:

Mediationsverfahren im Naturpark Märkische Schweiz bedeutet: Eines durch die Landesanstalt für Großschutzgebiete (LAGS) auf Druck durch die Öffentlichkeit anberaumtes Verfahren zur Lösung der Konflikte zwischen den Betroffenen im Naturpark. Endlich kommt der Naturpark auf den Prüfstand, hört man viele Menschen sagen, aber eigentlich geht es hier nicht um den Naturpark, sondern um dessen Ausgestaltung. Zehn Jahre wurden die Menschen der Region, ja die Region selber durch überspitzten Naturschutz in ihrer Entwicklung gehemmt.

Mediation ist für mich neu, und ich setze große Hoffnung in ein demokratisches Verfahren, denn wir brauchen jetzt einen Neuanfang mit allen Konsequenzen. Unser oberstes Ziel muss es sein, den Naturschutz und die Region so zu entwickeln, dass die Menschen aus nah und fern den Naturpark Märkische Schweiz als Gebiet anerkennen, in welchem Mensch und Natur sich gegenseitig ergänzen. Der Naturpark muss in diese Entwicklung integriert werden, er kann Motor sein, darf aber niemals als Instrument benutzt werden, um den Mensch aus der Natur zu verbannen. Die Entwicklung des Tourismus als Chance für die Entwicklung unserer Gemeinden ob in Waldsieversdorf, Buckow oder in den kleineren Gemeinden wie zum Beispiel Garzin oder Bollersdorf ist für sie lebenswichtig. Ein gemeinsames Handeln, ein Zugehen aufeinander sind dabei unerlässlich.

Für mich bedeutet Neuanfang alte, sich nicht bewährte Strukturen zu ändern. Daher als Erstes der Appell an die Landesregierung, besetzen sie die Leitung des Naturparks neu, schaffen sie somit die Voraussetzungen um verloren gegangenes Vertrauen in der Bevölkerung wieder zu gewinnen. Denn die Naturparkverwaltung hat es nicht verstanden, in den letzten Jahren die Ideen von Naturschutz und Entwicklung der Regionen im Einklang zu verwirklichen, denn sonst bräuchten wir kein Mediationsverfahren, welches uns nur unnötig Geld kostet, das woanders hätte sinnvoller eingesetzt werden können. Die Überarbeitung der Naturparkverordnung durch Einbeziehung der Menschen vor Ort gehört ebenso dazu wie die Diskussion um die Entwicklung des Naturparkes. Der Naturpark darf sich nicht verselbstständigen, er ist Teil der Region, er muss sich mit den Interessen vor Ort identifizieren.

Als Bewohner des Naturparks und Mitglied der Interessengemeinschaft Märkische Schweiz rufe ich alle auf, sich an der Diskussion aktiv zu beteiligen, um die einmalige Chance zu nutzen, unsere Region nach unseren Vorstellungen zu entwickeln. Nun fand die erste Informationsveranstaltung zur Mediation in Buckow statt.

EGBERT MUELER, Buckow/Hasenholz