Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 07.03.2001

Zuwachs für die Reha-Klinik

Bundesversicherungsanstalt für Angestellte schließt Betreuungsvertrag mit Buckower Einrichtung ab

Von
KATHLEEN BRANDAU

Buckow (MOZ) Steigende Patientenzahlen erhofft sich die Reha-Klinik in Buckow von dem Belegungsvertrag mit der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), der Anfang dieses Monats in Kraft trat.

Die ersten vier Patienten, empfohlen von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, sind schon angekündigt. Eine entscheidende Hürde im Kampf um die Klinik ist damit genommen. Nachdem schon mit der Übernahme der Betriebsführung der Klinik durch die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Berlin-Schöneberg Ende 1999 die Belegungsraten von 45 auf 52 Prozent im Jahr 2000 gestiegen waren, soll es mit dem jetzigen Abschluss eines Belegungsvertrages mit der BfA weiter bergauf gehen. Der Weg nach Buckow zur Anschlussheilbehandlung nach onkologischen Operationen, wie beispielsweise einer Strahlen- oder Chemotherapie zur Krebsbekämpfung, oder zu stationären Heilverfahren war BfA-Patienten bisher verwehrt.


Bestätigung bisheriger Arbeit


Zwar sei damit keine Belegungsgarantie verbunden, dennoch hofft Verwaltungsleiter Roy Noack, dass die Auslastung der Klinik damit weiter steigt. Er sehe diesen Vertragsabschluss auch als Bestätigung der bisherigen Arbeit. Verstärkt werde die Klinik auch von der Landesversicherungsanstalt, von den Krankenkassen sowie den Brandenburger Betriebskassen akzeptiert, resümiert der Verwaltungsleiter nach gut einem Jahr.

Chefarzt Prof Michael Matthias sieht den Vertragsabschluss als logische Folge der Wandlungen im Reha-Wesen. "Es geht um die körperliche und seelische Heilung von Onkologiepatienten nach Operationen", erklärt Prof. Matthias. Ihnen zu helfen, sich in Familie und Beruf wieder hineinzufinden, sei die Hauptaufgabe der Rehabilitation. Im Interesse der BfA sei es vor allem, frühzeitige Berentung und Pflege zu verhindern. Prof. Matthias geht es in erster Linie darum, die Folgen des Krebses auf Körper und Psyche zu lindern. Ein umfangreiches Therapieangebot hält die Klinik dafür bereit von der medikamentösen Krebstherapie über Kurse zum Training der körperlichen Leistungsfähigkeit, Beratung im Umgang mit therapiebedingten Ausfällen bis hin zur Suche nach geeigneten Praxen, die eine häusliche Weiterbetreuung ermöglichen. Mit dem Akutkrankenhaus in Rüdersdorf, das vom gleichen Träger geführt wird, werden gemeinsame Veranstaltungen organisiert, auf denen sich nicht nur Ärzte, sondern auch die Patienten über den neuesten Stand der Krebsforschung, -behandlung und -vorsorge informieren können. "Eine Reha-Klinik allein auf der grünen Wiese macht heute wenig Sinn. Nur im Zusammenwirken mit anderen Kliniken kann man bestehen", erklärt Prof. Matthias.

Doch nicht nur für Onkologiepatienten ist die Reha-Klinik Buckow von Bedeutung. Das Angebot reicht weit hinaus über die Betreuung der Patienten. Mit dem einzigen Schwimmbad in der Märkischen Schweiz steht die Reha-Klinik auch Buckowern und Kurortgästen offen. Wassergymnastik und Wasser-Aerobic zählen zu den externen Angeboten. "Die Nachfrage ist so groß, dass wir schon einen zweiten Kurs eröffnen mussten", berichtet Roy Noack.

Die Rheumaliga, der Kneippverein Buckow. das Mutter-Kind-Kurheim, die AOK Brandenburg und der Sportverein SC Concordia Buckow sind Einrichtungen, die ebenfalls das Schwimmbad der Klinik nutzen.

Einen Namen gemacht hat sich die Einrichtung auch als Stätte der Kultur. Im vergangenen Jahr zog ein sommerliches Klavierkonzert zahlreiche Musikfreunde nach Buckow. "Auch in diesem Jahr soll es kulturelle Höhepunkte geben", verspricht der Verwaltungschef. Die Gemeinde Berlin-Schöneberg böte hier einen umfangreichen Fundus guter Künstler, den es zu nutzen gelte.

Für das vollendete Zusammenspiel von Klinik und Stadt Buckow wünscht sich Noack vor allem den Ausbau der Infrastuktur. "Nicht nur für die Patienten ist es beschwerlich, auf diesen Straßen ins Zentrum zu gelangen", sagt er. Mit rund 65 Beschäftigten ist die Klinik einer der größten Arbeitgeber in Buckow.

    Foto:
  • Frühlingssonnenstrahlen im Park an der Buckower Reha-Klinik. MOZ-Foto: K. Brandau