Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 09.03.2001

Leserbrief

"Naturschutz nur mit den Menschen möglich"

Zum Pflege- und Entwicklungsplan Naturpark

Leserbrief zum Pflege- und Entwicklungsplan für den Naturpark Märkische Schweiz:

Nach dem Studium des Pflege- und Entwicklungsplanes (Entwurf), der sicherlich für den Erhalt des Naturparks notwendig ist, bin ich doch etwas erstaunt, wie mit Partnern des Naturschutzes umgegangen wird. Im Vorwort ist aufgeführt, mit wem die Naturparkverwaltung zusammenarbeiten will. Mit Bedauern muss ich feststellen, dass der Naturpark auf einen starken Partner, wie es die Angler sind, verzichten will.

Im Abschnitt 2.2 Verbindlichkeit ... heißt es, der Plan habe keine Verbindlichkeit gegenüber Dritten, verweist jedoch auf die Beachtungspflicht der Behörden, die gesetzlich verankert ist. Ist das nur ein Hinweis oder soll es als Knüppel verstanden werden: "Wollt ihr nicht, dann werden wir."

Ich finde es vermessen, Leistungen, die der bisherige Nutzer in fast 50-jähriger Nutzung (seit 1952) des Gewässers erbracht hat, tot zu schweigen und sich als Retter der Natur in Brandenburg hinzustellen. Auch ich bin der Ansicht, Naturschutz muss sein, aber nicht gegen, sondern mit den Menschen. Denn diese erhaltenswerten Gebiete sind nicht entstanden, weil der Naturpark Märkische Schweiz gegründet wurde, sondern weil es schon seit langer Zeit Naturfreunde gibt, die einen Großteil ihrer Freizeit in die Hege und Pflege der Natur gesteckt haben. Nur weil wir es als selbstverständlich ansehen, die Natur zu schützen und uns nicht so gut in der Presse verkaufen, wie es der Naturpark tut, ist unser Beitrag zum Erhalt der Natur doch nicht weniger wertvoll.

Der Vorschlag zum Vertragsnaturschutz kann doch nur ein Scherz sein. In Zeiten leerer Kassen schlägt die Naturparkverwaltung vor, das Land Brandenburg soll Ausgleichszahlungen leisten, weil sie keine Angler im Naturpark dulden. Umgekehrt wird doch ein Schuh daraus. Naturpark und Angler sorgen gemeinsam für den Erhalt dieses schönen Fleckens Erde, ohne die Kassen des Landes zu belasten. Das setzt voraus, die Angler werden als gleichberechtigte Partner gesehen und behandelt. Einen gemeinsamen Nenner zu finden, dürfte doch nicht so schwer sein, denn beide Organisationen haben sich auf die Fahnen geschrieben "Erhalt der Natur in all ihrer Artenvielfalt für alle Bürger der Republik", und es soll nicht als Hobby für eine bestimmte Schicht, die sich als Retter des Abendlandes aufspielt, gesehen werden. Sollte ich hier eine falsche Sichtweise haben, lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen. Die Äußerung über "Maßnahmen für Kleingewässer" lassen keine andere Schlussfolgerung zu, wenn dort steht "Verzicht auf jede fischereiliche Nutzung, Entfernung von Angelstegen".

Für mich als Angler kommt dies einer Verweisung von meiner Wirkungsstätte gleich. Generationen von Anglern haben dazu beigetragen, dass das Gebiet um den Stafsee heute ein solches erhaltenswertes Stück Heimat ist. Der Dank: Verweisung des Platzes.

Als Fazit meines Studiums des Pflege- und Entwicklungsplanes muss ich sagen, mit dem Entwurf bin ich nicht einverstanden. Hier besteht Handlungsbedarf, solange bis auch die Interessen der Angler in dem Plan Berücksichtigung gefunden haben. Wie das geschehen soll, könnte an einem Rundtischgespräch mit den betroffenen Anglern diskutiert werden.

UWE SUCHAN, STRAUSBERG