Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 27.03.2001

Fischtreppen und Fledermausquartiere

Naturschutzbund zählt im Kreis fast 600 Mitglieder

Strausberg/Buckow (MOZ) Vor zehn Jahren haben 15 Naturschützer aus Strausberg, Neuenhagen, Hönow, Müncheberg, Buckow und Waldsieversdorf im ehemaligen Strausberger Naturkundekabinett den Kreisverband Strausberg des Naturschutzbundes ins Leben gerufen. Unter dem Dach des bundes- und landesweit agierenden NABU wollten sie sich für den Schutz der Natur einbringen.

Was so klein begann, hat sich in einem Jahrzehnt zu einem Gremium engagierter Mitglieder.entwickelt, die ihrerseits in Neuenhagen, im Bereich des Amtes Altlandsberg sowie in Müncheberg starke Ortsgruppen initiiert haben. Nach der Verwaltungsreform des Landkreises in Regionalverband Strausberg-Märkische Schweiz umbenannt, setzen sich heute in den Reihen des Verbandes 598 Mitglieder zur Förderung von Natur- und Landschaftsschutz und für die Landschaftspflege ein. Dabei ist es längst nicht bei Allgemeinplätzen geblieben. Unter steter Betreuung befindet sich beispielsweise das Naturschutzgebiet Lange Dammwiesen/Unteres Annatal zwischen Strausberg und Hennickendorf. Dazu zählt die allgemeine Landschaftspflege ebenso wie der Flächenkauf wichtiger Gebiete durch den Naturschutzbund. Hier ordnen sich aber auch zahlreiche Aktivitäten ein, um das sensible Gebiet Einwohnern und Gästen nahe zu bringen.

Allein 23 Projekte wurden in den vergangenen Jahren zur Förderung des Naturparks entwickelt und umgesetzt. Als Beispiele dafür können der Bau von Fischaufstiegsanlagen, den so genannten Fischtreppen, für einen Gewässerbiotopverbund sowie Maßnahmen genannt werden, um einen Waldbiotopverbund herzustellen. Quellbereiche wurden von den NABU-Mitgliedern renaturiert und Fledermausquartiere gesichert. In Julianenhof entsteht sogar ein Internationales Fledermausmuseum. Während einerseits alte Stallanlagen zur Entsiegelung von Flächen abgerissen wurden, konnte dagegen ein alter Eiskeller saniert und rekonstruiert werden. Aber auch Streuobstwiesen wurden angelegt und Heckenpflanzungen im Einzugsbereich vorgenommen. Zur Öffentlichkeits- und zur naturschutzbezogenen Jugendarbeit gehören das Modellprojekt "Ökologisch orientierter Jugendtourismus" mit seinen Naturerlebnisangeboten und die Arbeit von Jugendgruppen wie in Reichenberg oder dem Jugend-Umwelt-Haus Müncheberg. Im Roten Luch wird ein Informationszentrum Niedermoorhof aufgebaut.