Märkische Schweiz - wie Thüringen in BrandenburgNatur pur: Der Wanderweg von Buckow zur Wolfsschlucht |
![]() Idyllische Lage: Das sommerfrische-Örtchen Buckow bei Müncheberg
Foto: Gerd Markert |
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Die Märkische Schweiz ist Thüringen in Brandenburg: Moore, Wiesen, Schluchten, Wälder. Stille, in der nur Vogelgezwitscher zu hören ist. Wer all das sucht, sollte seine Wanderschuhe anziehen, den Rucksack umschnallen und losmarschieren. Am besten von Buckow aus, denn von hier geht es in die Tiefen der Wälder, die Schluchten, die Kehlen hinauf zu den schönsten weiten Ausblicken. Vom Weinbergsweg an der Buckower Schule führt ein fast ebener Weg in Richtung Wolfsschlucht - vorbei ankleinen Tümpeln mit schwarzen Wasseraugen, aus denen unvermittelt ein Reiher mit kräftigem Flügelschlag emporschießt. Vorbei auch an unheimlichen dunklen Tannen, die kaum einen Lichtstrahl durchlassen. Umgebrochene Bäume, morastige Erlengründe, bizarre Wurzelgebilde, die die Phantasie beflügeln, finden sich rechts und links des Weges. An der ersten Wegkreuzung kann der Wanderer bereits vom Wege abkommen - wenn er will. Denn links führt ein anderer ungefähr ein Kilometer langer Weg hinauf zum Krugberg, der mit 130 Metern höchsten Erhebung in der Märkischen Schweiz. Geradeaus sind es noch 400 Meter bis zur Wolfsschlucht in der Nähe des kleinen Tornowsees. Mit einer Länge von 250 Metern und einem Höhenunterschied von 40 Metern ist die Wolfsschlucht eine der zahlreichen Kerben im Naturpark. Noch vor etwa 10 000 Jahren, dem Ende der letzten Eiszeit, hatte die Schlucht die Form einer flachen Delle. Im späten Mittelalter und im 18. Jahrhundert wurde der Bereich intensiv landwirtschaftlich genutzt. Bei starken Niederschlägen wurde die Erde hangabwärts gespült und bildete am Ende der Schlucht einen wachsenden Schwemmfächer, der noch heute sichtbar, beinahe kantig zum kleinen Tornowsee hin abbricht. |
Am Fuße der Schlucht gibt es eine Tafel mit Wissenswertem über die Landschaftsgeschichte dieser Gegend. Das Schild ist ein Ergebnis einer bis zu drei Meter tiefen Grabung, die an dieser Stelle im Sommer 1997 mit Unterstützung der Naturparkverwaltung erfolgte. Wissenschaftler aus dem Müncheberger Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung sowie Studenten der Universität Potsdam buddelten hier um die Geschichte der Landschaft zu erkunden. Sie entdeckten dabei an der Wolfsschlucht Beweise für menschliche Eingriffe. Zu den überraschendsten Funden gehörte eine holzkohlenreiche Feuerstelle in drei Metern Tiefe. Auch auf deutlich sichtbare Kerbtäler und Risse stießen die Forscher, ebenso auf einen parallel zum Tornowsee angelegten Graben. Bei Bohrungen fanden sie immer wieder Torf. Für die Wissenschaftler belegt dessen Lage, daß sich die Verlandung nur wenig vom unteren Ende der Wolfsschlucht entfernt vollzog und damit der Kleine Tornowsee eine weitaus größere Ausdehnung besaß als heute. Von diesen beiden Erdaufschlüssen ist heute nichts mehr zu sehen und so kann es ungehindert die Schlucht hinaufgehen. Hier kommt man das erste Mal während der Wanderung außer Puste. Die 40 Meter Höhenunterschied auf einem knappen Viertelkilometer Länge wollen erst einmal überwunden sein. Oben angekommen geht es auf dem Poetensteig weiter. Von rechts grüßt der Feuerwachturm auf dem Krugberg. Der Weg führt oberhalb des Hügelrandes entlang. Der Baumbewuchs läßt diesen nur erahnen. Doch dann bricht der Pfad plötzlich steil und treppenförmig ab und stößt auf die nächste Wegbiegung. Rechts geht es zum Moritzgrund mit seinem grünen Blättermeer. Fast hochgebirgsartig schlängelt sich der Weg bis zur nächsten Biegung, an der es links nach Buckow zurück zum Ausgangspunkt an der Schule geht. Begleitet wird dieses letzte Stück vom Rauschen des Sophienfließes - und ganz in der Ferne vom Autoverkehr auf der Straße von Bollersdorf nach Buckow. Die Zivilisation hat den Wanderer wieder. |