Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 03.06.1999


Von Berlin in die Märkische Schweiz

Oldtimer auf den Spuren von Bert Brecht


Rennen auf historischem Buckower Dreieck

Buckow (MOZ) "Ford hat ein Auto gebaut / Das fährt ein wenig laut / Es ist nicht wasserdicht / Und fährt auch manchmal nicht." Mit diesem Kindergedicht macht sich Brecht über seinen alten Kraftwagen lustig, den er im dänischen Exil fuhr. Auch Wagen dieses Typs, ein Ford A, Baujahr 1928, wird am 12. Juni um zehn Uhr am Autohaus Berlin zur 5.Lichtenberger Oldtimerrallye nach Buckow, wo Brecht und Weigel ihr Sommerdomizil hatten, aufbrechen.

Mit dieser Oldtimerrallye verfolgen die Veranstalter das Ziel, so manches kulturhistorische Kleinod in der Mark Brandenburg, den Motorsportfreunden aus nah und fern näher zu bringen. Gerade deshalb begeben sich die Teilnehmer auf eine Orientierungsfahrt rund um die Märkische Schweiz, wo sie den Spuren Friedrichs des Großen, Georg von Derflingers, Albrecht Daniel Thaers und natürlich Brechts folgen wollen.

Gestartet wird diese Etappe um 15 Uhr an der Gaststätte "Zum AltenSteuerhaus" in Strausberg. Kontrollstellen gibt es in Buckow am Fremdenverkehrsamt, in den Schlössern Reichenow, Wulkow, Gusow, in Möglin, Müncheberg (Hotel Sternthaler), Münchehofe (Schau ins Land) und Bollersdorf (Herberge und Gasthaus Fischer). Gegen 18 Uhr werden die Fahrzeuge von der Buckower Rosenkönigin am Strandbad in Empfang genommen.

Ein Höhepunkt des sportlichen Teils wird das Rundensynchronfahren am Sonntag, 13. Juni, ab 11 Uhr auf dem Buckower Dreieck, einer Rennstrecke auf der bis 1928 Hanomag, Amikar, Bugatti, Alfa Romeo, Steyr, Fiat und Aga ihre schnellen Runden drehten, sein. Am Tag zuvor haben die Piloten den großen Geschicklichkeitsparcours auf dem Gelände des AWU-Betriebshofes an der B 1 in Berlin-Mahlsdorf mit anschließendem Le-Mans-Start zu absolvieren.

Bei der Lichtenberger Oldtimerrallye können Fahrzeuge bis zum Baujahr 1969 mitmachen. Gefragt sind vor allem Autos, die einst Brecht besessen hat: Daimler der 20er Jahre, Opel 4/14, Steyr Cabriolet, Ford A und BMW 327.


  • Informationen und Nennungsunterlagen bei Dr. Hans-Hendrik Kasper
    Telefon (030) 20 45 03 30
    oder Fax (030) 20 96 21 18,
    Funktelefon (0171) 2 6514 42,
    oder im Autohaus Lichtenberg (030) 55 13 51 37.


    Das Buckower Dreieck


    In den Jahren 1925 bis 1928 fand alljährlich im August/ September auf dem Buckower Dreieck ein Automobil- und Motorradrennen des ADAC, Gau Berlin-Brandenburg, statt. Der 12,5 Kilometer lange Dreieckskurs führte als Rundstreckenrennen mit Start und Ziel nördlich des Strandhotels Buckow mit "strafer Steigung" über schwierige Doppelkurven über die Bollersdorfer Höhe bis zur Landstraße Prötzel-Müncheberg (Bollersdorfer Kreuzung).

    Rechtwinklig ging es hier nach links ein "schlechtes Pflasterstück" durch den Wald nach Buckow zurück;. Dessen Ortsstraße stellte hohe Anforderungen an die Fahrer.

    Zeitzeugen, wie der berühmte Rennteilnehmer Caracciola, bezeichneten das Buckower Dreieck als eine der schwierigsten Rennstrecken Deutschlands. Seitdem die beiden Rennfahrer Huldreich Heusser und Otto Feldmann auf dieser Strecke am 19.August 1928 verunglückten, wurden die Rennen eingestellt.

    Ein Gedenkstein hinter der Bollersdorfer Kreuzung an der Chaussee in der Nähe der Abfahrt Hasenholz erinnert noch heute daran.

    (rs)




    siehe auch: Buckower Chronik