Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 29.10.1999


Manfred Grüner ist der
Daniel Boone von Leuenberg


Forsthaus-Wirt Manfred Grüner hält elf Waschbären zur Freude seiner Gäste

Leuenberg (ulg/MOZ) "Dani, Elli, Booni, kommt schon!" Manfred Grüner, Wirt des Leuenberger "Forsthauses", braucht nicht lang zu bitten: Kaum hat er die Schüssel mit Leckereien auf die Erde gestellt, wedeln sie auch schon den Kletterbaum hinab: seine Waschbären. Ihre Namen setzen sich aus "Daniel Boone" zusammen. Eine Waschbärenmütze war Erkennungszeichen jenes amerikanischen Waldläufers Boone (gespielt von Lex Barker), dessen Abenteuer die Kinderherzen begeistert hatten, als die Serie in den 70ern über die Bildschirme lief.

Die elf Kleinbären begeistern die Forsthausgäste vor allem durch ihre zutrauliche Art. Zudem sehen sie mit ihrem Ringel-Puschelschwanz und schwarzen Gesichtsmasken drollig aus. Die Nüsse, die Grüner ihnen bringt, werden nicht etwa einfach aufgemampft. Zunächst werden die Früchte vorsorglich im Becken gewaschen. In freier Wildbahn nacht- und dämmerungsaktiv, sind sie bei Grüners auch am Tage putzmunter. Schließlich fallen tags die besten Küchenabfälle für die Allesfresser ab. Neben den "Stammbären" wirbeln auch kleinere Neulinge durch die Bärenfamilie. Die sind aus Strausberger Kleingartensiedlungen ins "Forsthaus" gebracht worden, wo sie erheblichen Schaden angerichtet hatten.

"Es sind Allesfresser, die keine natürlichen Feinde haben. Wo sie wildern, gibt es Nichts mehr zu ernten. Aber auch Hausdächer werden von den neugierigen Tieren abgedeckt. Sie wollen eben überall rein. Deshalb müssen sie aber nicht getötet werden. Gefangene und gefundene Tiere werden zu mir gebracht. Ich gebe sie weiter an Tiergärten oder andere Einrichtungen, die die Genehmigung zum Halten von Waschbären haben." Zwei Kleinbären sind im Schulzoo Altreetz heimisch geworden. Mit dieser Einrichtung pflegt Grüner rege Kontakte. "Wir machen unsere Gäste natürlich auch auf den Zoo aufmerksam", sagt Grüner.

Noch enger ist das Verhältnis zu den im "Regionalverband Barnimer Feldmark" zusammengeschlossenen Einrichtungen und Personen. Dazu gehören u.a. Hans und Renate Höse vom Country-Zeltplatz Tiefensee, der Hirschfelder "Lindengarten" und Tiefensees Bürgermeister Siegfried Landesfeind. "Das Engagement der Gemeinde Tiefensee für den Tourismus ist vorbildlich", lobt Manfred Grüner. Er hat sich dafür eingesetzt, dass der Verein, der den Fremdenverkehr von Ahrensfelde bis zum Gamengrund entwickelt, auch die Kreisgrenze nach Märkisch-Oderland überschreitet und Leuenberg und Harnekop einbezieht. Für Grüner steht fest, dass den nach Berlin gezogenen Politikern etwas Besonderes geboten werden muss.

zahme Waschbären
Maskierte Strolche oder liebenswerte Weggefährten? Dani und Elli und Boone (zusammen Daniel Boone) sind die "Stammbelegschaft" im Waschbär-Gehege.
   Foto: Hannelore Siebenhaar