Quelle: Märkische Oderzeitung, Strausberger Ausgabe vom 13.11.1999

"GernsehBilder" finden regen Zuspruch

Kurt W. Wobst stellt zum zweiten mal in Buckow aus

Buckow (ws) Auf reges Interesse ist seit ihrer Eröffnung vor einer Woche die Ausstellung "GernsehBilder" des Malers Kurt W. Wobst in der Galerie "Zum Alten Warmbad" gestoßen. Es ist die zweite Ausstellung des Berliners, der nach der Wende aus verwandtschaftlichen Gründen in die Märkische Schweiz kam.

Wobst malte schon mit acht Jahren mangels anderem auf Packpapier. Aus existenzteilen Gründen in die Bäckerlaufbahn gedrängt, ließ sich die Malleidenschaft nicht unterdrücken. In dem künstlerischen Metier ist er so produktiv, dass er schon vor längerem den Bestand seiner Bilder auf 6000 hochrechnete.

In Buckow zeigt er etwa 40, von denen 30 allein dem Ort und seiner Umgebung gewidmet sind. Und sie haben Dokumentationswert, wie das gemalte Zentralhotel. An dessen Stelle gähnt heute übrigens Leere. Er wurde vor fünf Jahren abgerissen.

Ob Malstile, -richtungen oder Techniken, der Sympathie ausstrahlende Künstler ist unermüdlich auf Neues aus. Derzeit bewegen ihn die Geheimnisse von Eitempera, bei der es sich, wenn nicht um das älteste, so doch um ein 8000 Jahre altes Malverfahren handelt. In Terpentinöl gelöste Harze, Hühnereier und andere Bestandteile werden als Emulsion mit Farbpigmenten angerieben und mit Wasserfarben vermalt. Entgegen herkömmlicher Auffassungen, damit sei nur Oberflächenmalerei möglich, gelang es Wobst, durch veränderte Mischung eine Tiefenwirkung und Transparenz, gleich der Ölmalerei, zu erreichen. So geschaffene Bilder heben sich in der Ausstellung deutlich von den anderen ab.


Die Ausstellung ist bis zum 2. Januar 1999 zu sehen. Öffnungszeiten: MO.—FR 9 - 12 und 13-17 Uhr, SA. und SO. 10 - 14 Uhr.

Foto:

    Der Maler Kurt W. Wobst vor einem seiner "GernsehBilder" in Buckow.       Foto: Wolfgang Suchardt