Quelle: BLICKPUNKT, Strausberger Ausgabe vom 28.06.2000

Konzert:

Zisterziensergesänge in der Zinndorfer St.-Annen-Kirche

Historisch berühmt und überaus schön in ihrer Schlichtheit ist die St.-Annen-Kirche in Zinndorf längst überfällig, wiederentdeckt zu werden. Vieles gilt es noch zu tun, um die Bausubstanz der, in ihrem Urzustand seit dem 13. Jahrhundert wenig veränderten Zisterzienserkirche als Kulturdenkmal zu erhalten.

Dem 1999 dafür gegründeren Förderverein um Gemeindepädagogin Anne Lauschus geht es jedoch nicht allein um die finanzielle Uneerstützung. Wichtig ist ihm genauso, dass sich der sakrale Bau noch stärker als Stätte kultureller Begegnungen der Öffentlichkeit erschließt. So werden am 7. Juli, um 20 Uhr, durch das Ensemble für Musik des Mittelalters "Neuma" musikalische Kostbarkeiten geboten.

Die Berliner Gesangsgruppe, welche sich der geistlichen Musik des 6. bis 13. Jahrhunderts verschrieben hat, offeriert unter "Ave Maris Stella" Zisterzienser-Gesänge, Hymnen, Antiphonen und Organa. Insbesondere widmet sie sich der als Sängerin, Lyrikerin, Ärztin und Theologin berühmt gewordenen Hildegard von Bingen. Weisheit und Frische der vor über 1000 Jahren Geborenen versetzen noch heute manchen in Erstaunen.

"Neuma" erarbeitet sich die Stücke wissenschaftlich und interpretiert historische Kompositionen nach modernsten Gesichtspunkten. Leiten lassen sich die musikalisch hochkarätig ausgebildeten Ensemblemieglieder verschiedener Nationalität von einem hohen Anspruch solistischer Gesangskunst.

Zu der Aufführung erwartet der Sankt-Annen-Kirche Zinndorf e.V. zahlreiche Gäste. Dem will er sich bei dieser Gelegenheit zugleich präsentieren. Eine Stunde vor Konzertbeginn kann man sich in einer Ausstellung über die Entstehung des Zisterzienserordens und seine Verbreitung auf hiesigem Gebiet informieren. Auch ist an dem Abend für Imbiss und Wein gesorgt.

(BP)